Explorer
Unterwegs mit dem Camper-Van
Unsere Reisen mit dem „Explorer“
Zum Beispiel die über vier Monate lange Reise durch Frankreich, Spanien und Portugal. Sie führte uns über die Niederlande nach Belgien und von dort in den Norden Frankreichs und Spaniens. Wir durchquerten Portugal von Norden nach Süden und führen danach im Süden von Spanien und durch Südfrankreich wieder zurück nach Deutschland.
Komm mit uns auf die Reise!
Wie so oft, begann auch dieses Abenteuer mit einer Idee. Die Idee mündete eines Tages schließlich in einen Plan, der wiederum irgendwann zu einem Entschluss führte. Und was soll ich sagen? Wir setzten ihn in die Tat um.

Aber vielleicht hole ich doch zuerst noch etwas weiter aus. Worum geht es eigentlich? Nun, wir wollten mit unserem Camper-Van gerne mal eine etwas längere Tour machen. In zahlreichen Gesprächen zwischen meinem Mann Karsten und mir reifte nach und nach also die Idee, Norddeutschland in Richtung der Niederlande verlassen zu wollen. Wir beabsichtigten von dort über Belgien und den Norden Frankreichs nach Spanien zu fahren. Durch den Norden Spaniens wollten wir Portugal erreichen und das Land von Norden nach Süden durchqueren. Danach würden wir durch den Süden von Spanien nach Südfrankreich fahren. Wenn wir dort angekommen wären, wollten wir schließlich langsam wieder zurück nach Deutschland fahren.
Wie lange würden wir uns dafür Zeit nehmen wollen? Nun, wir entschlossen uns für einen Zeitraum von vier Monaten. Genug Zeit, um die vielen Eindrücke, die uns auf dem Weg geschenkt werden würden, ausreichend zu genießen, dachten wir.
Für diejenigen die es interessiert beschreibe ich in diesem Absatz noch kurz unseren Camper. Wer daran nicht interessiert ist kann einfach direkt zum nächsten Absatz springen, um dort weiterzulesen. Unser Campervan trägt die Bezeichnung „Sylt-Camper Explorer 55 Camper Van“ und ist spezialangefertigt (custom-made) um auf Reisen möglichst autark zu sein. Der Camper nutzt dazu ausschließlich Strom und Diesel. Es werden keine Gasflaschen benötigt. Das Basisfahrzeug ist ein VW Crafter L5H4 mit dem 2.0 ltr. TDi 163 PS (120 KW) Motor. Der Crafter ist 7,39 m lang, 2,06 m breit und 2,90 m hoch. Er hat Zwillingsbereifung hinten und er hat eine techn. zul. Gesamtmasse von 5.500 kg. Zu den Ausstattungen, die diesen Camper zu etwas Besonderem machen gehören unter anderem 4 Solarpaneele mit jeweils 120 Watt (also eine Solaranlage mit 480 Watt), 4 x LiFePO4 Batterien mit jeweils 100 Ah (400 Ah), 2 x 1.800 W Komfort-Sinus-Wechselrichter, 4 Hydraulik-Hubstützen, ein 150 l Dieseltank, eine WM auquatec Wasserfilter und UV-C LED Wasserdesinfektionseinheit, ein 160 Liter Frischwassertank, ein 100 Liter Abwassertank, ein 140 Liter Kühlschrank, mit separatem Gefrierfach, sowie ein Dieselkochfeld, anstatt eines Gaskochfeldes, eine LTE Antenne inkl. WLAN Router und nicht zu vergessen ein Bett in Längsrichtung, mit einer Fläche des Schlafbereichs von 1,76m x 2,10m, auf FROLI-Tellerfedern. Mit weiteren Details langweile ich jetzt nicht.

So es geht los !!
Wir starteten also mit unserem VW Crafter oder auch Sylt-Camper Explorer genannt, in Norddeutschland und fuhren gemütlich in Richtung Belgien. Mit uns fuhren natürlich auch unsere zwei Fellnasen, das waren Mara, eine Labradoodle-Dame und Neri, das Zwergspitz-Mädchen.

Mara war zu diesem Zeitpunkt mit ihren 12 Jahren beinahe schon eine Hunde-Oma, wobei Neri mit gerade mal 8 Monaten noch ein Welpe war. Für Neri war es somit ihre erste große Reise.
Die Fahrt begann tatsächlich ganz entspannt und verlief ohne Komplikationen, Neri war auch total entspannt und lag sogar freiwillig in ihrem neuen Kissen, welches wir extra für den freien Platz unter dem Tisch der Dinette gekauft hatten. So hatte nicht nur Mara ihren tollen Platz, der übrigens, unter dem Bett, tatsächlich speziell nur für sie gebaut worden war. Aber hey, die beiden sollten es doch auch genauso gemütlich haben wie wir in unseren gemütlichen Sitzen.
Ja wie gesagt, wir sind losgefahren und sogar an einem Montag, ohne Stau, sehr gut vorangekommen. Doch dann ist es passiert… Eigentlich wollte ich den Hundis nur Wasser geben. Nachdem aber kein Wasser aus dem Hahn kam, man aber ein deutliches Rauschen hörte, dachte ich, ich frage mal meinen Mann ob dass denn so richtig sei ???
Zum Glück standen wir gerade für eine kleine Pipipause auf einem Rastplatz. Also… das Wasser kam nicht aus dem Hahn und lief in das Spülbecken, dafür erschien es plötzlich im hinteren Bereich des Fahrzeugs, lief am Boden entlang von hinten nach vorne und strömte vorschriftsmäßig durch die Tür hinaus !!!
Mein Mann warf sich sofort auf den Boden, um dem Geschehen auf den Grund zu gehen und wurde auch sofort fündig. Ohne erkennbaren Grund war die Verschraubung des Frischwasserfilters gerissen und das Wasser ergoss sich daher, anstatt aus dem Hahn, durch die Bruchstelle des Gewindes überall im Camper. Aber was soll ich sagen? Da es absolut nichts nützt sich in einem solchen Moment aufzuregen, wurde er stattdessen sofort aktiv, legte sich ins Wasser und versuchte die Undichtigkeit vorerst zumindest provisorisch mit einem ALLZWECKTOOL zu reparieren. Und siehe da, es hat geklappt. Den Filter ausgebaut, die Schläuche behelfsmäßig miteinander verbunden und prompt war die Wasseranlage wieder in Funktion. Na gut, danach mussten wir noch so gut wie möglich alles trockenlegen. So hatten wir also schon zu Beginn der Reise auch den von allen Campern gefürchteten und nie gewünschten Wasserschaden, der zum Glück in unserem Fall, durch die schnelle Reaktion, ehrlich gesagt doch nur ein ganz winzig kleiner Vorfall war.
Eigentlich sollten wir zu diesem Zeitpunkt schon in Belgien, genauer in GENT sein, aber die ganze Wassersache hatte uns letztlich doch eine Menge Zeit gekostet. Wir fuhren also nur noch kurze Zeit weiter und blieben dann einfach irgendwo stehen wo es nett aussah und planten am kommenden Morgen einen Wohnmobil-Händler zu suchen, um eventuell einen Ersatz für das gebrochene Filtergewinde zu bekommen.
Fazit am Ende des Tages: Alles super, wir sind entspannt, die Hunde sind entspannt und sogar die Teppiche sind abends schon wieder trocken.
Der nächste Morgen kam etwas anders als erwartet. Geweckt wurden wir durch laute Musik, begleitet von hellem Klopfen auf Metall. Da es am Abend zuvor bereits dunkel war haben wir nicht gesehen, dass wir direkt neben einer Baustelle geparkt hatten. Aber nicht so schlimm, wir wollten und mussten ja zu dem Wohnmobil-Händler in der Nähe.
Bei diesem angekommen gestaltete es sich jedoch etwas schwieriger dieses Ersatzteil zu bekommen. Der Händler sah keinen Grund von einem Wasserfiltersystem einen Gewindering zu entfernen, da er ja dann ein unvollständiges System habe, solange bis das Ersatzteil vom Hersteller geliefert würde. Aber man muss nur hartnäckig bleiben und vor allem nett und respektvoll und prompt klappt es auch mit dem Nachbarn, äähhhh nööööö… mit der vielleicht anfangs etwas seltsamen Inhaberin. Denn nachdem diese sich anfangs sogar geweigert hat uns irgendetwas zu verkaufen, da sie die Teile ja selbst benötige, konnten wir sie schließlich zu einem Telefonat mit dem Hersteller des gebrochenen Übertäters überreden, der ihr zusagte ihr sofort das Ersatzteil kostenlos zuzusenden. So geschah es, dass sie uns das Ersatzteil aus ihrem Bestand am Ende überlies. Und man höre und staune: Auch sie hat es uns sogar kostenlos gegeben. Dafür waren wir wirklich dankbar.
Also wir total happy in den Camper und ab auf die Autobahn, wir wollten ja nach Gent. Mit dem zweiten Anlauf hat es dann auch geklappt. Zudem haben wir dort einem sehr schönen Platz an einem See gefunden. Dort angekommen mussten wir natürlich zuerst einen langen Spaziergang mit den Hundis machen, zumal diese all unsere Eskapaden und Irrfahrten immer klaglos mitmachen. Es war übrigens wirklich ein toller Platz, dort in Gent, kann man nur empfehlen. Der See ist wunderschön und bietet viele sportliche Möglichkeiten. Bei schönem Wetter kann man auch einfach nur schwimmen gehen und es gab dort sogar einen Sandstrand und mehrere Cafés. Nach unserer Hunde-Runde wollten wir dann endlich unser neu erworbenes Problemstück einbauen und dachten es ginge schnell, aber wie es oft so ist, ist nichts einfach mal einfach, besonders bei einem Wohnmobil, bei dem alles auf so engem Raum eingebaut ist. Man könnte meinen, dass es ausschließlich besonders kleine Menschen sind, die diese Fahrzeuge bauen. Aber wir wissen ja dass es nicht so ist…. Und was soll ich sagen tadaaaa wir haben es am Ende geschafft. Es lief wieder… also das Wasser lief wieder durch das Filtersystem und aus dem Wasserhahn und nicht aus den Schläuchen direkt ins Fahrzeug hinein.
Danach haben wir uns ein leckes Essen gekocht. Sowas von verdient! Und am Ende des Tages gönnten wir uns unser obligatorisches Kniffel-Spiel. „Und morgen entdecken wir GENT…“, sagten wir uns bevor wir zu Bett gingen.

Nach einem leckeren Frühstück haben wir den Bus in die City genommen. Wir wollten ja GENT erkunden. Gent ist eine sehr schöne Hafenstadt im Nordwesten Belgiens. Im Mittelalter war Gent ein mächtiger Stadtstaat, heute ist es eine Universitätsstadt mit einem sehr kulturellen Zentrum mit viel mittelalterlicher Architektur. Und es ist wirklich überwältigend dort.

Ob die Burg Gravensteed aus dem 12. Jahrhundert oder die Kirchen mit Ihren vielen Türmen, es ist sehr imposant und wenn man nur nach oben schauen würde, hätte man das Gefühl, man seit in der Zeit zurückgereist. Allein diese Bauart und die Größe der einzelnen Bauten. Zudem wird in Gent auch kulinarischen sehr viel geboten. Es scheint, als seien alle Nationalitäten vertreten. Und dann diese unzähligen Cafés mit den leckersten Süßlichkeiten aus Belgien.

Um sich alles anzuschauen, reicht ein Tag nicht ganz, außer man beeilt sich sehr und verzichtet gänzlich auf all die tollen Cafés und Restaurants…

Mara und Neri waren natürlich auch ständig mit uns auf jedem Meter dabei und immer „mittendrin“.

Es ist jedoch anstrengend für die Vierbeiner mitten in dem Menschengewirr und dann kommt noch dazu, dass Karsten immer wieder überall stehen bleibt, um zu fotografieren

und dann weiß Hund nicht warum man immer wieder stehen bleiben muss. Aber beide Hundis waren sehr tapfer und abends jedoch sehr, sehr müde.

Fazit: Es waren sehr schöne und sogar zumeist sonnige Tage. Zum Glück waren wir am zweiten Tag rechtzeitig wieder in unserem Camper, denn am Abend des zweiten Tages hat es aus kleinen bis mittelgroßen Eimern gegossen. Aber wie gesagt, wir waren ja im trockenen und die Hunde glücklich in ihre Deckchen eingekuschelt.

Nach einer erholsamen Nacht (und keinem Frühstück!!!) haben wir uns gedacht, dass wir nun in Richtung Frankreich weiterfahren wollten.
AAAAAABER…. Zuerst will ja so einiges erledigt werden, wenn man Camper sein will. Dazu gehört Wasser über dem dafür vorgesehenen Platz ablassen, also das Schmutzwasser, näää Karsten, und nicht das Frischwasser. Beim „Sabbeln“ und beim Lachen hätte er beinahe den falschen Knopf des elektrischen Ablassventils gedrückt. Also wie gesagt wer Camper sein will, der muss manchmal auch durch (Beinahe-) Fehler lernen. So also alles an Schmutzwasser vorschriftsmäßig abgelassen und frisches Wasser wieder aufgefüllt und dann kommt ja in bösartiger Regelmäßigkeit noch die Geschichte mit dem seltsamen Kasten, der immer stinkt, wenn man den Deckel aufschraubt. Man nennt es auch Fäkalienkassette, oder auch einfach WC… mief bäääääh-Kassette. Aber nützt ja nix, wie der Norddeutsche sagt, wat mut dat mut.
Nachdem das alles erledigt war, ging es wieder los. Wir hatten uns unser nächstes Ziel bereits ausgesucht. Ein Ort in Frankreich. Ein Ort an der Küste. Fecamp in der Normandie.

Wie das so mit meinem Mann ist, suchte er natürlich immer die schönste Strecke über Land aus, …boah so viele Kurven und dann diese Kreisverkehre, gefühlt alle 700 Meter ein neuer und als ob das nicht schon schlimm genug gewesen wäre, erinnerte „die Tante von der Navigation“ ständig nochmal daran: „…in 200 Metern im Kreisverkehr die 2te Ausfahrt nehmen“. Und das tat sie wieder und wieder und wieder.

Aber ich will nicht klagen. Es war richtig schön, die Landschaft, die Häuschen und deren Bauart, wunderschöööön und vieles so niedlich, aber gleichzeitig sehr gepflegt. Diese Gegend ist einfach der Wahnsinn, wir dachten wir haben schon so vieles gesehen und dann bemerken wir immer wieder bei solchen Touren, wie schön es doch an so vielen Stellen Europas ist.

So,nun aber zurück zu Fecamp, einer süßen kleinen Stadt direkt an der Steilküste.


Wir fanden auch dort wieder einen super, superschönen Platz oberhalb der Stadt, direkt bei einer imposanten Kirche. Die Kirche war zwar aus irgendwelchen Gründen leider geschlossen, aber sie war auch von außen sehr schön anzusehen.

Wir konnten zudem tolle Bilder von der Steilküste machen. Der blick entlang der Steilküste und on dieser hinab zum Meer war phänomenal!

Man ist in solchen Momenten schon ein wenig sprachlos, wenn man so zum Atlantik hinabschaut und rechts und links diese unwirklichen Felswände sieht.Marabella und Neri waren auch sehr glücklich nach der Fahrt endlich wieder zu rennen und zu toben, anstatt, bedingt durch die Kurven der Landstraßen, im Explorer hin und her geschüttelt zu werden. Überdies ist es für die Beiden auch immer wieder toll, die neuen Gerüche in immer neuen Gegenden zu erschuppern. Und dann muss man ja als Hund selbst überall seine „Likes“ in Form von einzelnen Tropfen hinterlassen und möglichst alle fremden Hunde freudig begrüßen und kennenlernen. Danach hatten wir alle richtig Hunger. Da wir ja komplett ausgestattet waren und im Normalfall keinen Stromanschluss benötigen und überdies ja kein Gas verwenden, war es mit dem Kochen auch an diesem Tag eine schnelle Sache. Dieses Mal war es übrigens indisch und sehr, sehr lecker. Kniffel durfte auch an dem Tag nicht fehlen und nach mehreren Runden, in denen die Würfel so gar nicht gut drauf waren, hieß es ab ins Betti. Die nächsten zwei Tag verbrachten wir mit weiteren Spaziergängen an, beziehungsweise auf der Steilküste und waren ansonsten ziemlich faul, sodass nichts Erwähnenswertes geschah.

Unser Fazit zu Fecamp: Wir sind auch heute noch überwältigt von der Schönheit der Landschaft und der Dörfer, der Gärten und Häuser.
Am nächsten Morgen sollte es für uns weiter gehen, weiter in der Normandie.
Eigentlich hatten wir uns überlegt nach Rouen zu fahren, nach den Beschreibungen eine wunderschöne Stadt mit vielen historischen Gebäuden und sehr vielen Sehenswürdigkeiten, aber als wir dorthin unterwegs waren, haben wir spontan entschieden, dass wir unseren Plan ändern wollten, da wir auf unserer Tour bestimmt noch einige andere historische Städte sehen würden. Also sind wir stattdessen nach Etretat gefahren.
Im Nachhinein war das eine sehr gute Entscheidung. Diese eigentlich klitzekleine Stadt liegt in einer Bucht am Atlantik. Alles dort ist sehr alt, aber trotzdem wunderschön anzuschauen.

Dort ist übrigens auch das Haus „Maison Maurice Leblanc“. Uns war Maurice Leblanc zuerst nicht bekannt, aber mit einem sehr schönen Garten und einer tollen Holzterrasse war das Anwesen schön anzusehen. Wir sind nicht hinein gegangen, da wir die Hundis dabeihatten, aber auch von außen betrachtet war es, wie gesagt, sehr schön. Am Eingang wurde uns jedoch dann bewusst, dass wir zwar den Namen des Mannes, der ein Schriftsteller war, nicht kannten, aber wir sehr wohl seine Werke kennen. Denn bekannt ist der Schriftsteller durch seine Geschichten über den fiktiven Meisterdieb „Arsen Lupin“. In seinem Haus befindet sich heute ein kleines Museum.

Aber zurück zu dem Örtchen: Der Ort an sich war wirklich sehr hübsch, aber der Strand und der Ausblick von dort war schier gigantisch. Man weiß nicht so recht, ob man nach rechts

oder nach links

gehen soll, da der Ort beidseitig von sehr imposanten Kalkfelsen eingerahmt ist. Wir haben uns spontan für den Weg nach links entschieden und was soll ich sagen, natürlich wieder alles richtig gemacht.

So richtig angemessen beschreiben kann man es nicht, man muss es gesehen haben, da der Ausblick, nach dem etwas anstrengenden Aufstieg einfach unbeschreiblich ist. Es gibt soooo soooo viele Motive, man könnte einfach nur den Auslöser der Kamera gedrückt halten.



Die Steilküste ist durchbrochen durch die Auswirkungen der Zeit, des Wassers, des wechselnden Wetters mit Sonne und mit Regen, sodass sich ganz tolle Formationen gebildet haben oder bizarre steile, hohe Felsen sogar zum Teil komplett voneinander und von der Küste abgetrennt haben.

Also, wir hatten es zu 100% richtig gemacht, zu entscheiden dort hinzufahren.

Wir haben am Ende übrigens fast sechs Stunden für die Wanderung gebraucht.
Am Abend sind wir dann Essen gegangen. Wir hatten eine sowas von leckere Pizza (in Frankreich) häää?… Ja, sorry, aber danach stand uns der Sinn, und unsere Vierbeiner hatten schließlich auch keine Lust mehr noch weiter zu laufen.

Am nächsten Tag stand „Chillen“ auf dem Plan. Ein gutes Plätzchen für unseren Camper fanden wir dort allerdings nicht. Auch war es schwierig dort einen Wohnmobil-Stellplatz zu finden, der zum längeren Verweilen eingeladen hätte. Aber das konnte unsere Laune nicht trüben.

Am folgenden Tag sind wir also weitergefahren und steuerten unser nächstes ausgesuchtes Ziel an.
„Le Mont Saint Michele“
Wir waren enorm gespannt und Karsten platzte beinahe vor Neugierde. Wir hatten bereits viele Bilder von diesem Ort gesehen und jetzt wollten wir es mit unseren eigenen Augen sehen.
Nach ungefähr 280 km sind wir am Le Mont Saint Michel angekommen. Es war zwar schon dunkel aber wir haben es nach einigen Diskussionen mit dem Parkautomat, dann doch geschafft auf unseren ausgesuchten Stellplatz zu fahren.

Wir beschlossen hier auf jeden Fall mehrere Tage zu bleiben. Zack zack wurde ein guter Platz ausgesucht und so durfte auch der Explorer dann wieder mal einige Tage lang ausruhen.
Am nächsten Morgen mussten wir zuallererst die Gegend um uns herum erkunden, also sind wir dazu mit den Hunden gelaufen, da wir unter anderem gelesen hatten, dass es einen Bäcker direkt in der Nähe geben sollte. Natürlich haben wir diesen auch gefunden, also sind wir rein und haben ganz ein frisches Baguette und Croissants erworben. Danach zurück zum Camper, um zu frühstücken mit einem der besten Baguettes ever! Und die Croissants erst… hmmmmm leeecker.


Dann musste es aber endlich richtig losgehen, wir waren bereits gespannt wie ein Flitzebogen. Eigentlich wie zwei Flitzebögen. Also… E-Roller raus, Neri in den Rucksack. Sie war zu der Zeit, also noch ziemlich zu Anfang der Tour, noch nicht so begeistert, wenn sie in den Rucksack sollte, das wurde aber von Mal zu Mal besser, bis sie irgendwann das Rumtragen scheinbar sogar praktisch fand. Mara ist an dem Tag zu Hause geblieben. Unserer Hundedame, manchmal sagen wir liebevoll schon „Oma“, ist es mittlerweile doch schon etwas zu anstrengend lange Strecken neben dem E-Roller mitzulaufen und daher gefällt es ihr wohl ganz gut, wenn sie stattdessen lieber auf unsere Sachen aufpassen darf. Zum Glück ist sie der entspannteste Hund, den man sich vorstellen kann. Also, wir dann ab auf den Roller und Fahrt aufnehmen zur Abtei Mt. St. Michel.
Von unserem Stellplatz waren es nur ca. 5 km zum Kloster. Das Wetter war einfach nur wunderschön, Sonnenschein mit blauem Himmel und Schäfchenwolken, wie im Bilderbuch, besser hätte es nicht sein können.

Schon als wir losfuhren, hatten wir das Kloster die ganze Zeit im Blickfeld, und das war atemberaubend.
Auf Bildern und in den Reportagen ist man schon begeistert von diesem Bauwerk aber in Natura ist man wirklich einfach nur hin und weg von diesem Bauwerk. Es ist eine Kulisse, als ob man einen historischen Film sehen würde… Die Abtei wurde mitten im Wattenmeer des Atlantiks erbaut.

Direkt am Fuß der Abtei wurde auch ein kleines Dorf errichtet, die Gemeinde besteht heute aus 23 Einwohnern und gehört zur Region Normandie. Die Insel, auf der die Abtei errichtete wurde, wurde nach dem Erzengel Michael benannt. Baubeginn war im Jahr 1022. Im Kloster lebten bis 1960 noch Benediktiner, seit 2001 sind es Ordensleute der Gemeinschaft von Jerusalem mit der Gemeinschaft Sankt Martin, die sich um Wallfahrtsseelsorge kümmern. Seit 1979 gehört der Mont zum UNESCO Weltkulturerbe. Seit einigen Jahren wird es auch von Pilgern, die auf dem Jakobsweg unterwegs sind, besucht. Aber mit angeblich etwa 2,3 Mio. Besuchern jährlich ist es doch hauptsächlich eine Touristenattraktion.

Nun aber genug Geschichte, jetzt unsere Eindrücke: Schon der Gang durch das große Tor und der erste Eindruck mit Blick auf diese kleinen Häuser und direkt darüber dieses monumentale Bauwerk, es ist unbeschreiblich.

Wenn die ganzen Touristen nicht da wären und es nicht überall nach Crêpes riechen würde, hätte man das Gefühl man sei in der Zeit zurückgereist, so in etwa in die Zeit von Game of Thrones.

Das Bauwerk ist so irre, dass man sich einfach nicht vorstellen kann wie es in dieser Zeit mitten auf einer Insel in den Stein integriert werden konnte. Ich will nicht wissen wieviele Menschen da mitgewirkt haben. Die Insel ist ca. 92 m hoch und darauf wurde das Kloster erbaut, danach kam dann auch das Dorf dazu für die Bediensteten der Mönche. Es sind zwei Welten, die dort aufeinandertreffen, das kleine Dorf wie ein Zwerg unter diesem Riesengebäude aus Stein, mit Säulen die eine Größe wie Brückenpfeiler haben. Wir waren soooo begeistert und auch der Rundgang war einfach nur so schön. Und Türme gibt es , jaaaa so viele , Turm an Turm. Die Abtei selbst kann auch besucht werden, allerdings nur mit Eintrittsgebühr.

Das waren aber nur 13.- Euro pro Person. Und wir haben natürlich eine Eintrittskarte gekauft. Es gibt eigentlich nicht so viel zu sehen in der Abtei, aber durch diesen Rundgang, bei dem man 3 Etagen und ca 13 Räume betrachten kann, ist es dennoch den Eintritt wert, fanden wir. Die Bögen und der Baustil und dann diese dicken, dicken, dicken Wände. Phantastisch!!!!

Zwischendurch kommt man auch nach draußen auf eine Terrasse mit Ausblick aufs Wattenmeer und die Brücke, die zum Mont führt. Auch dieser Ausblick ist einfach unbeschreiblich.

Mittendrin gibt es ein Atrium mit grüner Wiese, und einen Säulenrundgang mit, ich weiß nicht wie vielen, Bögen, einfach romantisch und ebenfalls sooo schön.

Alles in Allem es ist nicht nur sehenswert, nein es ist ein MUSS dort hinzugehen und sich alles anzuschauen. Dieses Bauwerk ist wirklich mit Worten kaum zu beschreiben!!!

Leider kam dann doch die Zeit, dass wir wieder zurück zu unserem Camper fahren wollten. Wir können Mara, wie gesagt, problemlos auch etwas länger allein lassen, aber wir übertreiben es nicht. Stattdessen entschieden wir einfach am kommenden Tag erneut zum Mont zu fahren.
Auch am nächsten Tag sind wir mit vielen bleibenden Eindrücken überschüttet worden und ich denke wir werden diese Erfahrung wirklich nie vergessen.
Unser 3ter und 4ter Tag war jeweils sehr entspannt, wir mussten ja auch das Erlebte mental verarbeiten. Man bekommt die Bilder nicht aus dem Kopf. So etwas Imposantes und so Besonderes. Wir haben die Tage aber sehr gut verbracht, jeweils mit leckerem Frühstück, natürlich mit Baguette und Tartelettes , die ein Traum waren. Danach mit einfach nur chillen und natürlich zwischendurch mit den Hunden spazieren gehen. Mit den Hundis zu laufen ist immer Pflicht und Kür zugleich, zumal es fast überall wunderschöne Wege gibt.

FAZIT: Le Mont Saint Michel ein MUSS, MUSS, MUSS und eine Erinnerung, die bleibt. Der Stellplatz war auch sehr, sehr gut und ruhig.
Am Folgetag sollte es weiter gehen in die Bretagne. Wir waren schon wieder gespannt zu sehen was uns dort erwarten sollte. Um unser bisheriges Highlight ein wenig zu verdauen, haben wir uns auf den Weg nach etwas Unspektakulären umgesehen. Nach einem letzten Spaziergang mit dem Blick auf den Mont Michel und einem letzten Besuch bei der Bäckerei, bei der es die besten Baguettes gab, haben wir uns auf den Weg zu unserem neuen Ziel begeben. Dieses Ziel war eine schön beschriebene Stadt mit dem wohlklingenden Namen „Saint Malo“. Aber so einfach wie erwartet war es dann doch nicht, denn die Autobahn war gesperrt und so hieß es Umwege fahren. Das waren dann natürlich wieder irgendwelche MINIMINIstraßen zwischen Hügeln und Wäldern. Aber wir sind ja auch in diesen Momenten entspannt und erreichten irgendwann unser erklärtes Ziel. In Saint Malo angekommen fanden wir auch recht schnell einen schönen Platz für unsere Kutsche. Zwar nicht wirklich zentral gelegen, aber dafür mitten im Grünen. Somit mussten wir am nächsten Tag zwar etwas laufen zu unseren ausgesuchten Zielen, aber den Hunden war es recht. Zumal alle Beide sehr gerne laufen gehen und dabei natürlich ständig mit ihren süßen Nasen am Wegesrand „fremde Zeitungen“ mit ihren Nasen lesen müssen. Für die beiden ist jede neue Gegend auch immer wieder spannend, besonders weil sie mit der Nase alles erkunden, was wir mit den Augen erkunden. Je nachdem wie spannend so ein Hunde Tag dann war, wird es abends im Schlaf noch einmal erlebt. Mit zucken, quietschen und anderen Tönen.

Nun zu Saint Malo, dies ist eine Hafenstadt in der Bretagne , im Nordwesten Frankreichs. Die Altstadt ist von hohen Granitmauern umgeben, die eine Breite von ca. 3 Metern haben. Im 18. Jahrhundert war die Stadt angeblich eine Hochburg für Freibeuter. Genau in der Mitte steht eine sehr schöne Kathedrale, die von sehr großen Bauten zum Wohnen, Arbeiten oder einfach nur zum Urlaub machen umrahmt ist.

Der Rundgang auf der Mauer war sehr interessant und bot uns einen tollen Rundblick auf den Atlantik und die kleinen Inselchen, die verstreut in der See liegen, so als ob man sie da einfach planlos hingeworfen hätte.


Natürlich besteht Saint Malo nicht nur aus der Altstadt mit ihren Mauern. Geht man aus den Mauern heraus, steht man entweder im Hafen,

oder schaut auf eine beschäftigte moderne große Stadt, mit allem „Drum und Dran“. Die Gassen in der Altstadt sind mit Restaurants, Cafés und allen möglichen Lädchen gefüllt und das schönste daran war, dass die Menschen dort auch zu der Jahreszeit, bei nicht so warmem Wetter, aber Sonnenschein, alle draußen saßen und ihren Kaffee schlürften oder etwas Leckeres aßen.

Zwei Tage waren aber mehr als Genug Zeit in Saint Malo und so suchten wir uns ein neues Ziel aus.
Natürlich ergab es sich wieder so, dass es ja nicht einfach etwas Einfaches sein konnte. Es ergab sich so, dass es wieder etwas Besonderes sein sollte. Nur ca. 130 km entfernt fanden wir unser Ziel. Mal wieder über Landstraßen und gefühlte tausend Kreisverkehre erreichten wir es. Das Örtchen Plougrecsant, schon um es zu schreiben sehr schwer aber zum Aussprechen noch schwerer.

Das Örtchen ist wirklich klein und die Straßen sind eng, sodass wir überlegten, wo wir am besten über Nacht stehen könnten. Auf dem für einen Besuch vorgesehenen Parkplatz durften wir nicht übernachten, aber es sollte einen kleinen Campingplatz in diesem Örtchen geben. So früh im Jahr hatte der allerdings noch geschlossen, aber der Parkplatz davor war frei zugänglich, und so haben wir dort geparkt und bestens geschlafen. Aber das Örtchen selbst hat uns ehrlich gesagt auch gar nicht so sehr interessiert, wir wollten zum „La Maison du Gouffre“, dem Haus zwischen den Felsen. Am nächsten Morgen fuhren wir also wieder zu dem kleinen Parkplatz, an dem wir am Tag zuvor schon kurz standen und waren gespannt was uns erwarten würde. Und was soll ich sagen?

Das Haus zwischen den Felsen ist schon ein Must-See, falls man mal in dieser Gegend ist, denn wer erwartet schon mitten im Nichts und irgendwo in einer abgelegenen kleinen Bucht am Atlantik, dass sich jemand ein Haus zwischen zwei Riesenfelsbrocken baut, und es sind wirklich riesige Felsbrocken.
Auf den ersten Blick sieht es zuerst unscheinbar aus, aber im wahrsten Sinne zwischen den Felsen eingeklemmt ist es schon irgendwie ein Mirakel, wie aus einer anderen Zeit. Dahinter befindet sich der tosende Atlantik und davor liegt ein kleiner See, der vom Atlantik gespeist wird. Früh morgens, bevor der Wind stärker wurde, konnte man die Spiegelung des Hauses und der Felsen im See sehen, einfach nur schön. Dort gibt es sonst nichts außer ein paar Felsen, auf die man klettern kann, um sich umzuschauen, aber alleine die Idee von dem Erbauer ist so phantastisch und so anziehend. Im Laufe des Vormittags kamen kamen und gingen noch weitere sechs Menschen und wir wurden uns darüber bewusst, es sind wohl doch einige Menschen, die dorthin fahren nur um sich ein einzelnes Haus anzusehen.


Auch die anderen Häuser des Dorfes waren irgendwie alle in die Natur eingebettet, manches Haus stand vor einem Felsen oder es stand direkt dahinter, oder der Felsen diente schlicht als Halterung für die Satelliten-Antenne. Die Häuser in der Bretagne sind unserer Meinung nach aber so oder so alle sehr schön, da viele aus Granitblöcken oder zumindest mit Granitsteinen versehen sind. Manchmal hat man dort das Gefühl man könnte auch in Britannien sein und nicht in der Bretagne. Wir mochten es sehr durch die Dörfer zu fahren, um einfach diese ganzen Häuser mit Ihren Gärten und Fensterläden zu sehen. Also nahmen wir uns dafür ein paar Tage Zeit. Übrigens ist uns aufgefallen, dass fast alle Häuser eben entweder mit Granitsteinen versehen waren oder in einem hellen pastelligen Gelbton gestrichen waren und gerade das dafür sorgt, dass alles irgendwie einheitlich schön wirkt. In unseren Augen ist das schöner als in den Gegenden mit unterschiedlich gefärbten oder teils kunterbunt bemalten Häusern.
Auf unserem weiteren Weg entschieden wir uns ein wenig Autobahn zu fahren. Und auch diese Entscheidung lieferte uns ein weiteres kleines Highlight. Eine Zufallsentscheidung ließ uns einen Autobahnparkplatz anfahren. Aber nicht irgendeinen langweiligen Parkplatz.

Wir mussten doch etwas staunen, dass auf einem Parkplatz irgendwo an einer Autobahn in Frankreich Richtung Spanien ein regelrechter Park angelegt worden ist. Ein Park mit Skulpturen und Resten einer antiken Kirche. Man muss also nicht immer alle Fundstücke in ein Museum stecken, auf einem Autobahnparkplatz kann es auch jeder bewundern. Daumen hoch für die Entscheider dieses erstaunlichen Parkplatzes.
Unser nächstes erwähnenswertes Ziel, das wir uns ausgesucht hatten, war die DÜNE VON PILAT. Dabei handelt es sich um die größte Düne Europas.

Die „Dune du Pilat“ steht seit 1994 unter Naturschutz und liegt in der Bucht von Arcachon.

Beeindruckend ist nicht nur ihre Größe: 2,5 km lang, 600 m breit und 110 m hoch, sonder auch die 360 Grad-Aussicht von der Düne aus.


Um die Düne herum ist ein sehr schön gestalteter Park zum Spazieren gehen und natürlich, um auf die Düne zu klettern. Das Hochsteigen ist wirklich schon etwas anstrengend, aber zu schaffen und zum Lohn für die Anstrengung wird man mit dem erstaunlichen Ausblick belohnt und mit der Tatsache, dass man auf unmengen von Sand steht.



Vom Kamm kann man auf die Bucht von Arcachon, die vorliegende Sandbank, den Leuchtturm vom Cap-Ferret und ein riesiges Waldgebiet sehen. Auf der anderen Seite sieht man noch die Überreste des Waldes, der beim letzten Großfeuer im Jahr 2023 in Flammen aufging. Da es dort scheinbar nirgends eine Möglichkeit zu geben schien einfach irgendwo zu übernachten und da alle Campingplätze noch geschlossen hatten oder nach dem Brand noch nicht wiederhergestellt worden sind, haben wir uns einen klitzekleinen Stellplatz im nächsten Dorf gesucht. Zwar direkt an der Straße aber für zwei Nächte super.
Nun hieß es, weiter planen…. Wir fanden schnell ein Ziel. Es war diesmal ein kleines Seebad mit dem etwas bizarren Namen BIARRITZ. Das Seebad liegt an der baskischen Küste. Was wir davon im Netz lesen konnten, ließ uns neugierig werden und so dachten wir, warum nicht? Doch dumm war nur, dass sich scheinbar viele andere Menschen das auch gedacht haben. So kam es, dass wir dort weder einen geeigneten Platz fanden, an dem wir geduldet wurden, noch dass wir einen offiziellen Stellplatz finden konnten, weil diese bereits alle belegt waren. Und natürlich waren auch alle Campingplätze dort so früh im Jahr noch geschlossen.
Aber wir sind aber auch in solchen Fällen natürlich flexibel genug und haben uns einfach etwas außerhalb des Ortes auf einem Parkplatz gestellt und haben dort die Nacht verbracht. Von dem Ort haben wir auch am nächsten Tag nicht viel gesehen. Wir fanden schlicht und ergreifend in zentraler Lage nirgends eine Möglichkeit unser 7,39m langes Beförderungsmittel zu parken und dachten uns dann irgendwann: Wenn man uns ja scheinbar in Biarritz nicht haben will, dann eben nicht! So fuhren wir weiter und blieben irgendwann „irgendwo“ stehen. Nach einer windigen Nacht und einem dummen Baum, der der Meinung war, er müsste die ganze Nacht auf unser Dach klopfen, haben dort am Ende doch einigermaßen gut geschlafen. Eine Katzenwäsche und einen Hundespaziergang später saßen wir bei einer großen Tasse Kaffee/Tee und berieten, was unsere nächsten erklärten Ziele werden sollten. Wir entschieden von Frankreich aus kommend im Norden von Spanien einige Stellen abzuklappern, um irgendwann, irgendwo eine etwas längere Pause einzulegen. Und diese längere Pause wollten wir gerne in Santiago de Compostella verbringen.
FAZIT zu diesem Zeitpunkt: Der Norden Frankreichs war ein super unerwartetes Erlebnis mit vielen Eindrücken und sehr netten Menschen. Wir kommen auf jeden Fall wieder.
Nun erwartete uns aber erstmal der Norden Spaniens. Unseren ersten Stopp in Spanien machten wir in SANTANDER.

Santander ist eine sehr große Stadt und es ist die Hauptstadt der Region Kantabrien an der spanischen Nordküste. Kantabrien war uns bis jetzt als Landesteil von Spanien eher unbekannt, da wir noch nicht so viel davon gehört oder gelesen hatten. Wir stellten aber schnell fest, dass es dort aber eine sehr schöne Gegend ist. Es erinnerte uns landschaftlich irgendwie an Slowenien. Eine hügelige Gegend, sehr grün, auf der einen Seite die Berge und auf der anderen Seite die Küste des Atlantiks. Also zugegebenermaßen sehr spannend und es gab wirklich viel zu sehen. Zumal auch die Bauart der Häuser auch wieder ganz anders ist, als im wenige Kilometer entfernten Frankreich. Wir sahen Häuser mit viel Holz und Balkonen und, ach ja, endlich auch mal wieder Kühe und Pferde, sowie Schafe . In Santander haben wir übrigens einen wirklich schönen Stellplatz direkt an einem Park gefunden. Zuerst sah es noch so aus, als ob wir die Nacht an der Straße verbringen müssten, doch dann ist doch noch ein Platz frei geworden. Am Ende konnten wir unseren Explorer direkt am Park in waagerechte Stellung bringen und befanden diesen Platz für gut. Dass der Camper waagerecht steht, ist uns unter anderem sehr wichtig beim Kochen, denn dann hat man das Öl nicht nur in einer Seite vom Topf. Ehrlich gesagt ist das aber nicht der Hauptgrund. Der Hauptgrund dafür ist Karsten, denn es ist sehr wichtig, dass er beim Schlafen „korrekt austariert“ ist. Der Park war übrigens ideal, um mit den Hunden zu laufen und von dort war es auch nur ein kurzer Spaziergang in die Stadt und zum Strand. In der Nähe erstreckt sich nämlich die Promenade Paseo de Pereda, diese ist sehr schön angelegt mit verschiedenen Parkanlagen und von allen Seiten einen Zugang zum Strand. Wir haben dort drei Tage verbracht.
Als nächstes hat uns er Weg uns nach Tapia de Casariego gebracht.

Tatsächlich haben wir diesen Ort eigentlich nur wegen des tollen Stellplatzes ausgesucht, der sehr zentral im Ort und am Strand liegt.

Das Fischerstädtchen liegt an der westlichen Küste von Asturien an der Costa Verde, hier branden die Wellen heftig an die Küste und der Ort ist deshalb bei Surfern sehr beliebt.


Schon seit 1968 ist dieser Ort für einige bekannte Namen unter den Surfern bekannt.

Die Playa Aquilero ist überdies als Austragungsort der Surfweltmeisterschaften bekannt, die hier jedes Jahr stattfinden.

Entlang der Felsenküste führt übrigens ein Fußweg mit zahlreichen Aussichtspunkten und hier gibt es sogar ein in den Felsen gehauenes Meerwasser-Schwimmbad.

Im Sommer ist der Ort vermutlich sehr gut besucht da auch die Bucht für Schwimmer gut geschützt zu sein scheint. Aber da wir während unserer Tour ja im März dort unterwegs waren war an Baden sowas von gar nicht zu denken. Obwohl man zugegebenermaßen schon gerne wollen würde. Aber es war echt sch….. kalt, also das Wasser. Die Temperaturen der Luft an sich waren sehr angenehm mit ca. 19 Grad und Sonne. Einen Tag wollten wir eigentlich noch bleiben. Wir wollten sehen, was wir dort noch entdecken würden.

Auf jeden Fall wurden es wieder viele, viele Motive für Karsten und seine Kamera.

Am Ende sind wir noch sogar noch drei Tage in Tapia geblieben, einfach so, das Wetter war gut und der Platz noch besser. Den zweiten und dritten Tag haben wir noch mit spazieren gehen und fotografieren verbracht.

Den folgenden Tag schließlich auch mal mit nichts TUN, obwohl man ja eigentlich so oder so nichts tut… Zumal die Wettervorhersage für unseren letzten Tag Regen vorhersagte. Also haben wir noch eine letzte ruhige Nacht dort verbracht und sind am kommenden Morgen in die Richtung unseres nächsten Zieles gefahren.
Und unser nächstes Ziel war Sanitago de Compostela.

Da es nur ca.200 km weit entfernt war, waren wir auch recht schnell dort, zumal auf den Autobahnen sehr wenig Verkehr war. Es war eine schöne Fahrt über die Berge und durch die Täler mit wieder neuen anderen Eindrücken von der Gegend und wieder einer ganz anderen Bauweise der Häuser und eben mit viel Landwirtschaft. Zwischendurch waren wir so hoch in den Bergen, dass wir tatsächlich auch durch die Wolkendecke gefahren sind und dann wieder hinab in sonnige Täler. In Santiago de Compostela angekommen haben wir einen sehr schönen Stellplatz gefunden. Und von dort war es auch nicht so weit zur Kathedrale und in die Altstadt. Es war für uns zwar kein Problem, aber doch etwas unerwartet, dass offenbar eine große Menge Spanier sehr schlecht oder gar kein englisch sprechen. Unser Spanisch beschränkt sich allerdings auf einzelne Worte, sodass wir froh waren den Google-Übersezter ständig dabei gehabt zu haben. Mit dieser schlauen App (ja, ja, es gibt auch andere Apps) kann man sich super verständigen. So konnte uns zum Beispiel auch die nette Dame an unserem Stellplatz alles Wissenswerte erklären und wir konnten danach, nach viel interessantem Input, unseren Explorer wieder schön einparken und auf seine Stützen stellen, damit wir auch dort wieder gut und in einer waagerechten Position schlafen konnten.
Unseren ersten Tag in Santiago de Compostela haben wir sofort genutzt und sind mit den Rollern zur Kathedrale gefahren. Mari konnte währenddessen wieder in Ruhe schlafen und auf das Auto aufpassen und Neri kam wieder mal in ihren Rucksack. Wie schon gesagt, es war nicht weit entfernt von unserem Stellplatz, so waren wir „ratzfatz“ dort.
Santiago de Compostela ist die Hauptstadt der nordwestlichen Region Galicien. Bekannt ist sie als Endpunkt des Jakobsweges. Der Jakobsweg ist eigentlich nicht ein einziger Weg, sondern vielmehr eine Anzahl von Pilgerwegen durch ganz Europa, die jedoch alle am Ende das angebliche Grab des Apostels Jakobus in Santiago de Compostela in Galicien zum Ziel haben. Viele Menschen sind auf dem Jakobsweg unterwegs und pilgern von verschiedenen Städten los, um dann irgendwann in Santiago de Compostela anzukommen.

Und wenn Sie dann vor der Kathedrale stehen (oder auch sitzen) und total glücklich aussehen, dass sie es geschafft haben, bekommen sie auch von allen anderen die bereits dort sind, sei es auf dem Hauptplatz vor der Kathedrale oder von den Balkonen der Kathedrale herab, einen Riesenbeifall. Man schenkt den Beifall für den Erfolg, trotz aller Widrigkeiten bis zum Ziel gepilgert zu sein. Finde ich übrigens megaaaa, dass sich Menschen, die sich nie gesehen haben, beklatschen und am gemeinsamen Ziel so freudig begrüßen.


Aber zurück zu der Kathedrale, die wirklich mächtig beeindruckend ist, sei es von innen oder von außen.

Angeblich ist sie ja der Begräbnisort des biblischen Apostels Jakobus, dessen sterbliche Überreste in der 1211 eingeweihten Catedral de Santiago de Compostela aufbewahrt sein sollen, aber so ganz genau weiß es niemand.







Die Kathedrale liegt innerhalb der mittelalterlichen Mauern der Altstadt, die mit Restaurants, Cafés und kleinen Läden und natürlich auch Wohnungen ausgefüllt ist. Dort sind auch mehreren Schulen oder Universitäten untergebracht.



Rund um die Altstadt sind sehr schöne Parks angelegt, die wir natürlich auch während unseres Aufenthalts besucht haben. Natürlich nicht alle, unter anderem da es noch nicht so richtig die Zeit war, in der alles blüht. Der zweite Tag in Santiago de Compostela war dann ein solcher „Wandertag“. Wir sind ohne festen Plan mit den Hunden losgelaufen und sind am Ende, laut Schrittzähler des Mobiltelefons, 9,4 km unterwegs gewesen. Danach waren beide Hundis im wahrsten Sinn hundemüde und so kaputt, dass es für sie nur noch kurz etwas zu essen gab und danach sofort ihre Augen vor Müdigkeit zufielen. Aber die Beiden haben immer auch lange Touren gut mitgemacht, Mara, als größerer Hund, sowieso und die kleine Maus aber auch, obwohl sie zwischendurch immer mal getragen werden musste. Man muss ja auch bedenken, dass sie mit ihren kurzen Beinchen zigmal so viele Schritte machen muss.




Am nächsten Tag sind wir es ruhiger angegangen und sind weniger weit gelaufen.


FAZIT: Santiago de Compostela ist eine sehr schöne Stadt, aber außer der beeindruckenden Altstadt mit der Kathedrale gibt es nicht viel zu sehen. Der Rest ist sehr alt und einfach nur eine etwas größere Stadt. Aber der Besuch hat sich auf jeden Fall gelohnt. Und so können wir auch mit einem Augenzwinkern sagen, dass wir von GENT in Belgien bis nach Santiago de Compostela in Spanien (mit dem Campervan) gepilgert sind. Zwar nicht zu Fuß, aber manchmal war es trotzdem anstrengend, zumal wir sehr, sehr viel laufen. So im Durchschnitt 7-10 km am Tag sind es eigentlich immer. Vielleicht liegt das auch daran, dass wir irgendwie immer einen guten Stellplatz für uns finden, der aber meist nicht gerade so zentral an den „Points of Interest“ gelegen ist. Die Hundis verdrehen bestimmt auch schon manchmal ihre Äuglein, wenn es heißt wir wollen los zum Laufen und Laufen und laufen.
Ach ja, zum Thema Pilgern: Santiago de Compostela hat auch einen Flughafen, also wer nicht fußläufig lange Wege pilgern möchte, kann auch dort hinfliegen und vom Flughafen zur Kathedrale pilgern, ist dann nur eine kleine Strecke, aber immerhin.

Wir machten uns dann jedenfalls auf den Wg nach Portugal. Unser nächster Punkt, den wir uns ausgesucht hatten, war die Stadt Porto. Leider hat es uns Porto aber nicht so leicht gemacht. Zuerst haben wir wirklich nirgendwo einen Stellplatz gefunden, da die alle nicht mehr vorhanden oder noch geschlossen waren. Einen Campingplatz in der Nähe der Stadt gab es auch nicht. Sie waren alle sehr weit weg von der Altstadt, und gerade diese soll sehr schön zu besichtigen sein. Auch eine einfach nur geeignete Parkmöglichkeit fanden wir nicht, sodass wir sehr weit außerhalb hätten stehen müssen. Grundsätzlich sollte das ja möglich sein, wenn man zum Beispiel mit dem Bus in die Innenstadt fahren würde. Aber nöööööö…. Im Bus dürfen keine Hunde mitfahren und zu Fuß wäre es wirklich zu weit gewesen. Beide Hunde über lange Zeit im Camper lassen kommt nicht in Frage, also haben wir außerhalb der Stadt übernachtet und haben über Porto gelesen und uns Bilder davon angeschaut, was wir hätten sehen können, wenn wir es denn geschafft hätten hinzukommen.

Da wir aber sehr spontan und nicht nachtragend sind, auch nicht einer Stadt gegenüber, die uns ganz offensichtlich nicht haben wollte, haben wir eben irgendwo im Nirgendwo übernachtet, am nächsten Morgen schön gefrühstückt und sind dann auf die Autobahn gefahren, unserem nächsten Ziel entgegen.

NAZARE: Dieser Ort hat Karsten schon seit er Hobbyfotograf ist sozusagen aus der Ferne gerufen. Dort soll es an bestimmten Tagen und zur bestimmten Zeit, MEEEEGAAAWELLEN geben. Es ist ein „Bigwave-Surfspot“ der weltbekannt ist durch diese extremen Wellen. Es ist so, dass dort bei den passenden Bedingungen Wellen in einer Höhe von über 25 meter angerollt kommen können. Man muss sich das mal vorstellen und noch einmal darüber nachdenken, wie hoch 25m tatsächlich sind.


Also war das ein MUSS dort hinzufahren. Wir haben auch einen sehr schönen Campingplatz gefunden und haben uns sofort für 6 Nächte eingebucht. Wichtig war nämlich nicht nur diese Wellenberge zu sehen sondern wir mussten auch ziemlich dringend unsere Wäscheberge minimieren. Aber dazu später mehr, ich sage nur schon so viel, es war nicht sooo einfach. Da wir erst spät angekommen sind, haben wir an dem Tag ganz schnell gekocht. O.k., nicht wirklich gekocht, sondern „Cornflakes“ gegessen und sind dann auch sofort zu Bett gegangen. Am nächsten Morgen dann endlich wieder duschen mit Platz um sich herum und danach lecker frühstücken und dann ging’s auch bereits los. Zur Klippe laufen und vielleicht DIE Wellen sehen. Hunde im Gepäck und alles andere auch, und los… Nazare ist eine kleine am Atlantik gelegene portugiesische Stadt in der Region Centro und der historischen Provinz Estremadura (man lernt immer noch dazu ).



Sie ist als Fischer- und Tourismusstadt bekannt und natürlich für Ihre Monsterwellen, die in der Zeit von Oktober-März am wahrscheinlichsten sind. Hier an der Praia de Norte kann man, also wenn man überhaupt so gut surfen kann und sich nicht schon beim Zusehen schon Pipi in die Hose macht, also nur dann, ja dann kann Mann/Frau die größten Wellen der Welt reiten. Vorausgesetzt sie sind da, die richtig großen Wellen.

Für uns hieß es zuerst 3,5 km laufen. Eigentlich war das gar nicht so weit, aber dort geht es nur steil berghoch oder bergab. Irgendwie sind alle Orte in Portugal auf einer hügeligen Landschaft gebaut worden. Und es ist sehr kurvig das Ganze, so kommt es einem sehr weit vor. So standen wir dann irgendwann unter dieser besagten Klippe und diesem Berg, auf dem die Altstadt wohnt und konnten nur mit etwas…. Och nöööö… sehen, dass wir auch diesen Berg hinaufmüssen. Und wer hätte es gedacht, es waren Treppenstufen, die kein Ende nehmen wollten. Oben angekommen, erwartete uns dann zum Lohn aber der gigantische Ausblick über das Meer und die Stadt.

Dort angekommen konnte man auch sehen, dass die Stadt gar nicht so klein ist. Der Weg zum Big-Wave-Spot endet an einer kleinen Festung mit Leuchtturm und da genau findet das Spektakel statt, wenn es dann da ist.

Leider hatten wir nicht das Glück solche Monsterwellen zu sehen wie erhofft, aber die Wellen die da waren, fanden wir auch schon sehr hoch.

Die Naturgewalten so eindrucksvoll zu beobachten ist schon etwas Besonderes. Auch wenn es uns während unserer Zeit in Nazaré letztlich nicht vergönnt war die richtigen Monsterwellen zu sehen, waren wir doch auch so schon schwer beeindruckt.

Also sagen wir mal so, schwimmen gegangen wären wir definitiv nicht! Auch nicht bei höheren Wassertemperaturen.
Am nächsten Tag haben wir dann versucht, den anderen Berg zu erobern… unseren Wäscheberg…

Zum Glück gab es auf unserem Campingplatz zwei Waschmaschinen und 2 Trockner, diese haben wir auch alle in Beschlag genommen. Waschen war auch nicht so ein Problem, aber die Trockner haben leider ihre Arbeit verweigert und unsere Wäsche wurde auch bei mehreren Anläufen nicht trocken. Das wäre alles nicht so schlimm gewesen, wenn nicht jeder Waschgang und jeder Trockenvorgang 6€ gekostet hätte. Bei solchen Kosten dachten wir darüber nach, so schnell nicht mehr waschen zu wollen und überlegten, ob wir in Zukunft die Sachen lieber einen Tag länger tragen sollten. Anderenfalls müssten wir früher nach Hause fahren, überlegten wir, da bei einer großen Häufigkeit solcher Waschaktion unser ganzes Geld in Waschmaschinen und Trocknern verschwinden würde. Na gut, das ist wohl etwas übertrieben ausgedrückt. Eigentlich hat ja alles gut geklappt, bis auf die Tatsache, dass die Trockner zwar Geld nahmen aber ihre Arbeit nicht leisteten. So kam unsere Wäsche eben noch feucht aus dem Gerät und wir mussten sie zum trocknen in und um unser Auto hängen. Und wie es dann im Frühjahr so ist, wurde sie auch über Nacht nicht trocken. Am nächsten Tag war das Wetter aber sehr schön, sodass unsere Wäsche zu guter letzt doch noch trocken geworden ist.
An allen Tagen, an denen wir in Nazaré waren, sind wir natürlich auch am Strand gewesen. Dabei ist immer wieder zu bemerken, wie anziehend das Meer und der Strand auf uns Menschen sind, und es ist schön die Menschen, ob jung oder alt beim Flanieren zu beobachten.

Auch wir lieben den Strand und das Meer und unseren Hunden macht es auch immer enormen Spaß durch den Sand zu flitzen.



Nachdem wir 6 Nächte in Nazare verbracht haben, war es an der Zeit weiter zu reisen.

Unser nächstes Ziel, dass wir einfach zufällig gefunden haben, war ein kleiner Ort namens Obidos.

OBIDOS: Ein zuckersüsses Örtchen in der portugiesischen Unterregion Oeste.

Ein freier, großer Parkplatz war auch schnell gefunden und der war auch nur 2 Minuten von der Hauptsehenswürdigkeit entfernt.

Der Ort ist für seine komplett erhalten gebliebenen und begehbaren Stadtmauern bekannt.

Es ist phantastisch so etwas noch sehen zu dürfen und mehr noch, sogar die Möglichkeit zu haben, den ganzen alten Stadtkern auf der Mauer zu umlaufen und die niedlichen Häuser so „eingepackt“ zu sehen.

Man kommt aus dem Staunen nicht heraus, was es dort alles zu sehen gibt. Ob schöne Gärten mit Blumen geschmückte Häuser oder die alte Kirche. Es sieht wahrlich wie ein kleines verwunschenes Örtchen aus.

Auch die Gassen, die mit Geschäften und Restaurants oder Hotels bestückt sind, sind sehr schön anzusehen.



Laut unseren Recherchen ist auch immer etwas los, z. B. findet dort jeden Sommer das größte Mittelalterfest Europas statt. Kann man sich gut vorstellen bei der Kulisse!

Aber ein Tag reicht, um sich dieses Städtchen anzusehen und zu erkunden. Da es abends dann noch anfing zu regnen, haben wir zwar dort noch übernachtet, sind aber am nächsten Morgen weiter gefahren.
Unser nächstes Ziel sollte Sintra sein.

SINTRA: Wir sind dann los und haben überlegt ob wir nicht doch mal die Landstraße benutzen sollten. Eigentlich nur um vielleicht etwas mehr von der Landschaft zu sehen. Aber außer schlechten und zwischendurch sehr engen Straßen, bei denen wir uns gefragt haben, wieso führt uns die Navigation hier entlang, war es nicht so spannend. Außer, dass es ewig lange gedauert hat und es waren nur 80 km bis zu unserem nächsten Ziel.
Nach einer gefühlten Ewigkeit sind wir dann in Sintra angekommen. Einen Platz haben wir auch sehr nahe der City gefunden und alles war dann gut. AAAABER dann kam die Erkenntnis , unser Platz war zwar zentral aber hinter uns war ein Bahnhof, dass heißt alle paar Minuten ein Zug und vor uns eine vierspurige Straße mit so viel Verkehr, das wir uns gefragt haben wo kommen diese ganzen Autos her in dieser kleinen Stadt. Alles in allem war es nicht soooo schlimm. Am nächsten morgen haben wir den zuerst sonnigen Tag genutzt um diese Stadt zu erkunden.

Sintra ist eine Gemeinde im portugiesischen Kreis Conselho und ist nur ca. 25 km von Lissabon entfernt. Dies erklärt wohl auch den Verkehr, da viele bestimmt in Lissabon zur Arbeit fahren.

Bekannt ist Sintra für seine Villen, zahlreiche königliche Paläste und Schlösser und die vielen großen Naturparks. 1995 ist Sintra sogar in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommen worden.

Sehenswert ist das Schloß Quinta da Regaleira und der Park und Palast of Peña.

Beide Sehen aus wie aus Zuckerguss geformt, man kommt sich wie im Märchenland vor. Es gibt auch noch andere Burgen und Schlösser, wie das Castelo de Mouros, eine noch sehr gut erhaltene Burg aus der Maurenzeit. Eigentlich ist Sintra nur durch den damaligen Adel entstanden, da die Mitglieder des damaligen Königshausen und der Adel ihre Sommer in den von ihnen erbauten Schlösser und Villen verbracht haben. Da es im Sommer an der Küste und in den Städten zu heiß war, sind alle in die kühlere Gegend geflüchtet.

Auch wir konnten feststellen, dass dieses Städtchen sehr schön angelegt ist, gerade durch die vielen Parks und die Villen, die ihr diesen bestimmten Charme geben.

Es gibt viel Kunst, die auf den Straßen ausgestellt wird und natürlich dies ganzen Schlösser und Paläste, die man auf den Hügeln immer wieder zwischen den Bäumen zu sehen bekommt.

Wir vier sind viele Kilometer gelaufen und mussten leider feststellen, dass man mit zweien von uns nirgendwo hineingehen darf. Gemeint sind die Vierbeiner, überall sind Verbotsschilder aufgestellt und Hunde nicht erlaubt. Aber wir sind da nicht so traurig, so spart man sich auch viel Geld für den Eintritt in all diese Gebäude. Und wenn man mal ehrlich ist, würde da einiges zusammenkommen. So haben wir uns alles von außen angeschaut, sind zwischendurch auch naß geworden, weil plötzlich die Sonne weg war, konnten aber nach einem kurzen Schauer unseren Weg weiter gehen. Wir haben dann doch noch ein schönes Plätzchen an einem schönen Hotel gefunden.

Konnten dann dort unser vorher gekauftes leckeres Essen (belegte Brote) mit Nachtisch (Toast gefüllt mit einer Creme…hmmmm saulecker) genießen und noch einige Fotos machen um dann langsam zurückzukehren. Aber es gab auch so viel zu sehen und zu fotografieren. Zurück am Auto war es dann auch wieder Zeit aufzubrechen.
Wieder mal ein zufällig gefundenes Ziel wurde angesteuert, doch dieses Mal nicht über die Landstraßen, sondern via Autobahn.

So konnten wir auch über die tolle Brücke in Lissabon mit Sicht auf die Stadt und die Christos-Statue fahren. Da wir schon vor zwei Jahren in Lissabon einen 10-tägigen Urlaub verbracht haben und die ganze Stadt erkundet haben, sind wir nur vorbeigefahren. Aber es war schön es sich anzuschauen und zu denken, das kennen wir schon. Nicht weit von Lissabon haben wir mal wieder ein kleines Dörfchen für unseren nächsten Stop erkoren.
COMPORTA

Über dieses Örtchen gibt es eigentlich nicht viel zu erzählen, außer dass es sehr nah am Meer liegt und einen endlosen Strand hat. Der Ort an sich ist sehr klein, aber fein… Es gibt sehr viele Restaurants, allerdings noch einige geschlossen und es soll wohl eine TOP-Lage für Immobilien sein. Konnten wir nicht so entdecken, aber es wir immer viel erzählt.


Was aber sehr nennenswert ist, dass dort REIS angebaut wird. Vorgelagert zwischen einer Düne und dem Meer und ganz viele Reisfelder angelegt.

Selbst der kleine Binnenhafen ist mitten in den Reisfeldern, und der ist komplett aus Holz und auf Stelzen gebaut.

Manche sehen schon sehr verwittert aus aber es ist hübsch anzusehen.


Noch ein Höhepunkt in diesem Örtchen sind die vielen Störche, fast auf jedem Haus und auf jedem Strommast findet man ein Nest. Da dort die Reisfelder sind gibt es für die Vögel auch genug Nahrung.



Wir haben dort auf einem sehr netten Platz einige Tage verbracht, da es aber die ganze Zeit immer wieder geregnet hat und eine Nacht sogar Sturm war, sodass unser Auto die ganze Nacht gewackelt hat und als wir am dritten Tag bemerkten, das unser Strom sowas von ALLE ist, sind wir weitergefahren.

Auf dem Weg dorthin und zurück sind wir an endlosen Korkeichen vorbeigefahren und nach einer Forschung bei dem allwissenden Gloogle, haben wir erfahren, dass dies wohl die Gegend ist in der Kork abgebaut und verarbeitet wird. Und Störche, überall Störche… selbst auf den riesigen Strommasten, haben die ihre Nester in Etagen erbaut.
Wie gesagt, da unsere Batterien komplett leer waren, haben wir uns als nächsten Anlaufpunkt einen Campingplatz ausgesucht. Und der lag in der Nähe von Lagos.
LAGOS
Wir dachten wir gönnen uns auch mal etwas und suchten uns einen sehr, sehr schönen Platz in der Nähe von Lagos aus. Das war aber auch ein sehr schöner Platz… 4 Sterne Campingplatz, mit Pool ( wir sind tatsächlich auch einem Tag in den Pool gegangen, der natürlich überdacht war) und Fitnessraum, Wellness und Spa und allem PIPAPO. Es war schon Luxus, kann man nicht anders sagen.
Dort konnten wir dann auch mal wieder waschen, und diesmal mit sauberer und trockener Wäsche, ohne das Auto dekorieren zu müssen. Hier konnten wir einfach mal chillen und ausruhen von dem vielen Nichtstun und Rumfahren. Also haben wir es auch genossen und haben gekniffelt oder Computer gespielt oder einfach nur einen Film geschaut.
Natürlich nicht nur gefaulenzt, denn das können wir nicht so gut. Also Rollers raus und ab zur nächstgelegenen Stadt, aber nicht Lagos sonder Luz.

Sehr süße kleine Stadt mit einer kleinen Promenade und Cafés am Strand. An diesem Tag hat es auch nicht geregnet und wir konnten endlich mal einfach mal im Café sitzen und einen Kaffee und eine Cola trinken.

Die Hunde konnten am Strand toben und alle waren zufrieden und glücklich.
Am nächsten Tag wollten wir dann auch mal Lagos besuchen. An dem Tag haben wir aber Mara zu Hause (Explorer) gelassen und sind mit den Rollern noch mal los. Es waren dann doch hin und zurück 15 km und das wäre für unsere Mari zu anstrengend.


Wir sind dann zu dem bekanntesten Spot in Lagos gefahren, zu den Ponta de Piedade.


Die Klippen sind ein MUSS in Lagos. Sie bieten einen Panoramablick auf die Landzunge und den Leuchtturm.

Es ist mit ein Küstenabschnitt mit Felsformationen in dem sich eine Grottenlandschaft mit Tunneln, Toren und im Meer verstreuten Felsbrocken gebildet hat.

In jeder Richtung gab es etwas zu sehen, jedes Mal ein Motiv und jedes Motiv ein Treffer. Um das als Besucher alles sehen zu können, wurden geplante Wege und Treppen angelegt, die sozusagen von Aussichtspunkt zu Aussichtspunkt führen. Dieser Ausflug hatte sich ohne jede Frage gelohnt.


Von da aus sind wir mit unseren E-Rollern in die Stadt rein gerollt. Es heißt Lagos sei eine der schönsten Städte der Algarve… dem könne wir zustimmen. Sehr schöne Innenstadt mit alten restaurierten Häusern, viele Restaurants und Cafés und sogar eine große Marina. Viele kleine Gassen in den es immer mal was zu entdecken gibt, und natürlich einige kulturelle Geschichten und Kirchen, aber wir wollen nicht immer Kirchen fotografieren.

Nach einem leckeren Kuchen und einer heißen Schokolade sind wir dann wieder zurück zu unserem Luxus-Campingplatz gefahren.
Wir haben dort noch einen schönen Tag verbracht und sind dann wieder zum nächsten Ziel aufgebrochen. Vorher musste aber noch einiges erledigt werden, Wasser ablassen, Wasser auffüllen, WC entleeren etc. Und dann ist es passiert. Wasser aufgefüllt; ich noch Brot geholt im ansässigen kleinen Supermarkt; sage noch ich bringe den Müll noch weg und Karsten kommt dann dort hin. Und dann machte es auch schon „knack“. Der Wassertankdeckel lag noch auf dem Reifen und nun war er futsch. Karsten ist drüber gefahren.
Also noch nicht unser neues Ziel ansteuern, sondern versuchen einen neuen Deckel zu bekommen. Erst einen Baumarkt besucht, aber natürlich haben die so etwas nicht, aber die nette Dame hat uns dann einen Zubehörshop genannt, wir sind dann hin, … natürlich gibt es so etwas nicht auf Lager. Ist dann so, dann ohne Deckel weiterfahren. AAAABER … an der nächsten Tankstelle hat Karsten dann einen Deckel kaufen können und wir konnten dann doch ohne Sorge weiterfahren.

Uns zwar nach Faro.
FARO
Faro ist das administrative Zentrum der Algarve und befindet sich in Südportugal. Da es so schön beschreiben war, sind wir ohne Umwege dort hin. Auf einem Parkplatz konnten wir dann unser Auto Bettfertig machen und uns auch. Allerdings haben wir irgendwann festgestellt, dass es auch noch schlimmer geht als in Sintra. Mit Zügen und Autos…. Nein diesen mal haben wir uns gesteigert, es waren Züge und Flugzeuge.

Auf der einen Seite die Bahn mit Bahnübergang, der jedes mal geklingelt hat, wenn ein Zug vorbeigefahren ist und auf er anderen Seite der Flughafen. Zum Glück wurde der aber nicht so oft angeflogen.


Da wir nun endlich den Regen hinter uns gelassen haben und es sonnig und warm war , hieß es Socken aus, Latschen an (Karsten), ich natürlich Sandalen an und Stadt erkunden.

Und unter anderem zu Karmeliterkirche Igreja do Carmo gehen. Denn dort erwartete uns unser erstes Ziel.



Ja, das erste Ziel war die Knochenkapelle. Kein Witz… in dieser Kirche wurde eine Kapelle errichtet in der über 1.200 Gebeine mit Schädeln in die Mauern eingefasst wurde.

Soll ein Monument sein und uns vor Augen führen, dass wir mal alle so enden und wie vergänglich alles ist. Dort ist auch ein Satz in die Wand eingefasst:

„Halte inne und bedenke, dass du diesen Zustand erreichen wirst.“

Die Kapelle ist im Garten der auch sehr sehenswerten Karmeliterkirche Igreja do Carmo erbaut worden. Auch der Innenraum der Kirche ist spektakulär, der wurde nämlich mit brasilianischem Gold verziert, es funkelt und glänzt.




Danach sind wir in die Altstadt, die so prächtig beschrieben wurde. Na ja, wir konnten jetzt nicht sagen, dass sie so prächtig ist und so besonders. Ist zwar eine sehr schöne Stadt aber nur so schön wie so manche andere in Portugal.
Nach einer doch unerwartet ruhigen Nacht und einem schönen Frühstück mit offener Tür und Sonne haben wir beschlossen weiterzudüsen. Als Ziel hatten wir eine Korkfabrik auserkoren. Diese haben wir auch gefunden, allerdings konnte man dort nur Führungen mit Guide bekommen und beides hätte man vorher buchen müssen. Hatten wir natürlich nicht, denn wir wussten ja selbst nicht, dass wir auf diese Idee kommen würden. Aber nicht so schlimm. Wir haben uns dann kurz beraten und besprochen, dass wir weiter Richtung Sevilla fahren wollen würden.

SEVILLA
Kurz war unsere Überlegung vielleicht doch nicht nach Sevilla zu fahren… denn wollten wir noch mehr Kathedralen oder alte Gemäuer sehen??? Eigentlich nicht, denn zu dem Zeitpunkt waren wir etwas „übersättigt“ mit Kathedralen und Kirchen. Aber die Entscheidung dennoch hinzufahren war dann doch sehr gut!!! Nach einer sehr abenteuerlichen Autobahnstrecke in einem erschreckend schlechten Zustand, bei der man zwar 120km/h fahren hätte können, aber die tiefen Schlaglöcher es nicht zugelassen haben, kamen wir in Sevilla an. Wir fanden einen sehr guten Platz am Hafen, nicht sehr weit von der Stadtmitte entfernt.

Es handelte sich um einen sehr, sehr großen Platz, der eigentlich ein Umschlagplatz für Neuwagen war. Einen Teil dieser Riesenfläche hatte man für Womos mit einfachen Bauzäunen abgetrennt. Für 15.-€ die Nacht war jedoch alles vorhanden, zwar nicht sooo sauber und neu, aber alles da.

Am Morgen nach der ersten Nacht sind wir dann alle vier losgegangen, um die Stadt zu erkunden. Unsere erste Erkenntnis, die uns erstmal umgehauen hat, war, dass dort in Kürze ein Frühlingsfest stattfinden sollte und dass dafür dort über 1.000 Zelte aufgebaut wurden. Ich bin mir nicht sicher, aber ich glaube das Oktoberfest in München ist nicht so groß, oder? Jedes Jahr in der ersten Aprilwoche findet dieses Volksfest statt, erfuhren wir.

Die Feria de Sevilla ist das größte Fest in Andalusien, sagte man uns. So richtig vorstellen konnten wir es uns nicht, auch wenn man schon einen Eindruck davon bekam durch die vielen Zelte und diesen riesengroßen Platz. Aber wenn die Frauen und Männer während der Festtage alle ihre hübschen Kleider anziehen und teils auf den Pferden zwischen den Zelten hindurch reiten ist das bestimmt beeindruckend.

Wir sind jedenfalls weiter zum Plaza de Espana gegangen. Es handelt sich dabei um einen wunderschönen Platz mit einem 200 m langem Gebäude, welches im Halbkreis auf der Plaza gebaut wurde.

Der Plaza de Espana im Maria Luisa Park ist der bekannteste Platz in Sevilla. Der Halbkreis soll übrigens eine Umarmung der ehemaligen lateinamerikanischen Kolonien durch Spanien symbolisieren.

Außerdem zeigt die Öffnung in Richtung Fluss, also dem Weg , dem man folgen muss, um nach Amerika zu gelangen.


Viele Details muss man erst einmal eindecken, wie z.B. die vielen kleinen Brücken über den künstlich angelegten Kanal vor dem Gebäude, in dem sogar kleine Boote fahren.

Außerdem die 52 Bänke aus Mosaikfliesen.

Die Darstellungen bilden alle 52 spanischen Provinzen ab.


Und natürlich der riesige Springbrunnen, einfach wunderschön.

Wir liefen vermutlich jeden Winkel des Bauwerks an und schauten uns alles von allen Seiten an. Nach einem so langen Spaziergang waren wir und war vor allem Mara abends wieder froh in unserem zu Hause zu sein, um die Beine auszustrecken.
Der kommende Tag führte uns wieder in die Altstadt.

Denn Sevilla hat noch mehr zu bieten. Den Königspalast zum Beispiel. Zwar haben wir ihn allerdings nur von außen gesehen, da man auch dort nicht mit Hund hineingehen darf,

aber es war auch so sehr schön um ihn herum durch die Altstadt zu bummeln und durch die kleinen Gassen zu gehen.

Und natürlich war eines unserer Ziele die Kathedrale von Sevilla.

Die Kathedrale von Sevilla, die mit der Kathedrale in London und der in Rom, zu den drei größten Kathedralen der Welt gehört.

Und ja, es ist auch ein gewaltiges Bauwerk, aber unserer Meinung nach kann diese Kathedrale, auch wenn sie die Größte ist, nicht mit der Kathedrale in Mailand mithalten. Das ist aber natürlich absolut subjektiv.

Trotzdem ist sie über alle Maße beeindruckend und lohnend schön anzuschauen. Rundum stehen neben Statuen oder Springbrunnen übrigens Pferdekutschen, mit denen man eine Stadtrundfahrt machen könnte. Wenn man denn wollen würde.



Also egal in welche Richtung man schaut es gibt immer etwas zu entdecken.
Am nächsten Tag wollten wir Mara im Auto lassen. Damit die Zeit für nicht zu lange sein würde, und wir sind allerdings erst nachmittags losgelaufen. Wir haben für sie beide Dachlüfter angelassen, sodass es ihr nicht zu warm werden konnte und dann ging es los.


Diese Stadt ist umwerfend, ich denke man könnte auch 10 Tage bleiben und würde immer wieder was entdecken. Die Altstadt ist auch supersüß mit ihren Gassen und Häusern und alles dort ist noch so gut erhalten.

Überall findet man geschäftiges Treiben und Cafés, Restaurants und unzählige Lädchen. Nicht nur mit Souvenirs, sondern das komplette Programm an Geschäften.

Was uns aber noch mehr gefallen hat, waren die ganzen Menschen, die unterwegs waren. Und zu der Zeit, in der wir dort waren, kann man nicht von Touristenmengen sprechen, sondern es waren tatsächlich die Sevillaner unterwegs… Fast alle, das fiel uns auf, total ausgehfein angezogen und zumeist in Gruppen unterwegs. Alle Restaurants und Cafés waren voll und alle Menschen saßen draußen.

Als wir am Abend auch unseren Heimweg angetreten haben, sind wir am Fluss langgelaufen, und auch dort waren sehr viele Menschen ob jung oder alt unterwegs oder saßen einfach auf der Mauer mit etwas zu trinken in ihrer Hand.

Uns hat es sehr gut gefallen in Sevilla. Wir blieben noch weitere zwei Tage und waren am Ende wirklich froh doch hingefahren zu sein. Wir werden Sevilla sicher noch einmal besuchen, aber vielleicht dann ohne Hunde, um die Sehenswürdigkeiten auch von Innen zu erleben. Für mich ist es übrigens eine Stadt des Jasmins, denn überall sind Jasmin-Bäume, aber auch viele Mandarinen, die ihren Duft verströmen. Ich denke der Duft wird mir als Erinnerung in der Nase bleiben.
Nach Sevilla brauchten wir ein wenig Abstand von Trubel und von Innenstädten. So fuhren wir in Richtung CADIZ
Von Cadiz kann ich allerdings nicht viel schreiben, da wir den Ort selbst nicht besucht haben. Da unserer Meinung nach nicht so sehr viel interessantes über Cadiz zu lesen war, sind wir stattdessen außerhalb von Cadiz an einem schönen Plätzchen direkt am Strand gelandet und sind auf diesem Strandparkplatz auch eine Woche geblieben.

Es war sonnig und wir sind viel mit den Hunden gelaufen und haben natürlich auch mal in der Sonne gelegen und uns abends die Sonnenuntergänge angeschaut.

Bietet sich ja an…. Und wenn man schon so direkt am Strand rumsitzt und es ist auch noch sonnig und warm, ja dann muss man auch mal in den Ozean springen. Also direkt gesprungen sind wir ehrlicherweise nicht, aber drin waren wir irgendwie schon und durch die Wellen auch komplett nass.

Nach dem kurzen Strandurlaub zog es uns dann wieder auf die Straße.

Wir entschieden uns dagegen, nach Gibraltar zu fahren, was ursprünglich unser Plan war. Einen Grund dafür, kann ich gar nicht nennen, aber es zog uns eher über Land

in Richtung RONDA. Wir sind nach Ronda gefahren, weil wirklich überall steht, dass man die Brücke „Puente Nuevo“ von Ronda sehen muß!!! Aus diesem Grund waren wir schon sehr gespannt darauf, was uns erwarten würde.

Ronda ist eine Stadt auf einem Berggipfel, in der Provinz Malaga. Sie gehört zu den berühmten Weißen Dörfern in Andalusien.

In atemberaubender Lage oberhalb einer Schlucht mit dem Namen „EL Tejo“, die die Stadt in zwei Teile teilt,

besteht Ronda aus der Neustadt aus dem 15. Jahrhundert und der Altstadt aus der Zeit der maurischen Herrschaft.

Die 98 m hohe Brücke ist der Anziehungspunkt schlechthin.

Und wenn man über diese Brücke geht und sich dabei ein wenig vorstellt wie viel Geschichte sich hier zugetragen hat, ist es irgendwie unwirklich, wenn man bedenkt, wann diese Brücke gebaut wurde und dass der Bau 40 Jahre gedauert hat. Aus der heutigen Zeit heraus betrachtet ist diese Leistung fast nicht vorstellbar.

Wenn man in die Altstadt und durch ihre Gassen geht, erreicht man einen tollen Weg, der zu zwei Aussichtspunkten etwas unterhalb der Brücke führt.

Unten angekommen hat man einen tollen Ausblick auf das gigantische Bauwerk und kann nur staunen.

Auch sonst ist Ronda eine sehr, sehr schöne Stadt mit einem ganz eigenen Charme.

Ja, viele Städte haben einen besonderen Charme, aber Ronda war für uns in diesem Punkt besonders.


Denn nicht nur die Lage, auch alles andere fanden wir einfach nur schööööön.

Das dachten sich wohl auch vor uns bereits Ernest Hemingway, Orson Wells oder Rainer Maria Rilke, denn auch sie sind damals dem Charme der Stadt verfallen und schrieben über sie.

Die Gassen, die Häuser, der Ausblick in das Tal und auch irgendwie die Ruhe, die dort herrscht.

Obwohl man schon zugeben muss, dass selbst zu dieser Jahreszeit bereits sehr viele Touristen in der Stadt unterwegs waren.

Wir haben SIE gleich viermal erkundet, am ersten Tag mit den Hunden und zu Fuß, am zweiten mit Roller und nur mit Neri und am Abend noch zweimal mit beiden zusammen zu Fuß.

Und unsere Erwartungen wurden übertroffen, nicht nur dass die Paella superlecker war, wir wurden auch mit zig tollen Ausblicken belohnt. Die beleuchteten Gassen und die fantastische Aussicht am Abend, waren das I-Tüpfelchen.

Wir haben zwischendurch sogar noch einen wunderschönen Platz gefunden, von dem aus man unserer Meinung nach einen noch günstigeren Ausblick auf die Brücke und die Stadt hatte. Allein um das zu sehen, hat sich der Gang durch die Gassen und (natürlich wieder) über die vielen Treppen gelohnt.

FAZIT: Bis jetzt hatten wir so viele schöne Dinge und Städte und Gegenden gesehen, aber Ronda war zusammen mit dem Mont Saint Michel ein weiteres ganz besonderes Highlight auf unserer Reise.


Von Ronda aus fuhren wir weiter

nach „Setenil de las Bodegas“.
Die Kleinstadt hat nur um die 2.600 Einwohner und liegt an der „Straße der weißen Dörfer“ von denen es einige in der Region gibt. Angeblich hat der Name lateinischen Ursprung und bedeutet so viel wie „Sieben Mal Nichts“. Die Region war einst ein Grenzgebiet zwischen Mauren und Christen und es heißt die Ortschaft sei erst im achten Anlauf in die christliche Hand gefallen. Es wird aber auch gesagt, dass der Ortsname möglicherweise schlicht auf eine Meilenangabe hindeutet „ad september milia“. Aber wer weiß das schon genau…?

Wir sind jedenfalls in dieses kleine, süße Örtchen gefahren. Es kam uns anfangs vor, als ob es dort nichts Besonderes zu sehen gäbe, aber dann wurden wir doch sehr überrascht.

Der Ort erscheint, als ob die Felsen über ihm gegeneinander gestürzt wären und hätten die Häuser unbeschadet unter sich begraben.

Aber dem ist natürlich nicht so, denn diese ganzen Häuser wurden einfach in die Felsen hineingebaut.

So schmiegen sie sich in die Berge ein und werden zum Teil auch von diesen bedeckt.

Einzelne Gassen haben sogar einen regelrechten Deckel aus einem Felsen.

Das sieht sehr unwirklich aus, als ob es eine Kulisse wäre.

Doch in den Gassen wird gewohnt und gearbeitet.

Mit Restaurants, kleinen Läden und mit allem, was so ein Ort braucht.

Es war sehr interessant so etwas zu sehen, aber länger als einen Tag braucht man dafür eigentlich nicht.

So blieben wir zwei Tage und sind dann weiter.

Ein Tag zum Anschauen und einen zum Ausruhen.

Unser nächstes Ziel war dann Granada, aber dies wurde ein totaler Schuss in den Ofen…

Wir wollten uns die sagenumwobene Alhambra anschauen und sind auch extra dafür 200 km gefahren, aber nein, die wollten uns nicht.

Denn wer hätte es gedacht, wir jedenfalls nicht, die Alhambra ist so stark besucht, dass man wochenlang vorher ein Ticket kaufen muss, um reinzukommen.

Also haben wir für unser Frühstück auf dem dazugehörigen Parkplatz und die Reparatur unserer Dachluke, die Zweite, schon einmal repariert mit Nagelgel und Panzerband, hat auch immerhin vier Wochen gehalten, eine saftige Parkgebühr bezahlt und sind dann weiter.

Aber wir werden noch einmal wiederkommen, dann aber mit einem im Vorhinein schon gekauften Ticket….

Unser nächstes Ziel sollte eigentlich die Tabernas sein,

aaaaber…

auf der Fahrt dort hin durch eine faszinierende Landschaft

und über 150 km nur Olivenplantagen

entlang der Autovia, mussten wir dann doch plötzlich abfahren.

Denn der Ort Gerofe hat es uns angetan.

Laut dem „allwissenden Google“ sollte es dort bewohnte Höhlenhäuser geben, und genau diese wollten wir uns ansehen.

Allerdings sind wir am Ende nie bis in dieses Dorf hinein gekommen,

weil auf dem Weg dorthin

rechterhand plötzlich eine Art Tafelberg zu sehen war,

auf dem zwei große Wohnmobile standen und gerade eine Gruppe Minifahrer ihre Pause machte.

Also dachten wir, wenn die dort stehen, dann gibt es dort bestimmt was Interessantes zu sehen.

So haben wir uns einfach mal dazu gesellt und erstmal dort übernachtet.

Der erste Eindruck war schon überwältigend,

da wir bereits in der spanischen Wüste standen,

auf einem Plateau am Rande einer Schlucht, die einem den Atem nahm.

Es erschien uns beinahe unglaublich, dass es so etwas in Europa gibt und wir noch nie davon gehört hatten. Die Gofre-Wüste. Abends wurde es noch beeindruckender mit dem Sonnenuntergang und der Stille, phänomenal!!!

Aber, was soll ich sagen, am nächsten Morgen wurde es sogar noch schöner.

Wir sind mit unseren E-Scootern ca. 6 km auf einer Schotterpiste rumgerollert und konnten an verschiedenen Punkten in den Canyon hineinschauen. Es war bombastisch.

Irgendwann erreichten wir einen Punkt, von dem aus man auf den kleinen Ort mit den Höhlenhäusern herabschauen konnte, der ursprünglich unser Ziel werden sollte.

So konnten wir von oben die ganzen Häuschen, die in die Felsen gebaut wurden, genau sehen.

Es sah fast so aus wie bei den Schlümpfen, mit den halbrunden Fenstern und den Türen.

Eigentlich waren es eher Felsen mit Fenstern und Türen.

Es heißt dort herrscht immer eine konstante Temperatur von 22 Grad und ist im Sommer angenehm kühl. Allerdings ist es immer dunkel, da sonst keine Öffnungen vorhanden sind, außer kleinen Schornsteinen, die aussahen wie kleine Zipfelmützen.

Nach dieser beeindruckenden Erfahrung

ging es dennoch schon am nächsten Tag für uns weiter in die Tabernas.
Den Ort mit dem Namen Tabernas haben wir uns nicht angeschaut,

da es dort, außer einigen Kirchen und ähnliches nichts zu sehen gab.

Und ehrlich gesagt, auf Kirchen hatten wir keine Lust mehr. Aber die Ausläufer der „Wüste von Tabernas“ haben wir uns natürlich angeschaut.

Es handelt sich um eine Landschaft in Andalusien die sich auf über 280 Quadratkilometer erstreckt. Das Gebiet besteht aus vielen Schluchten und durch Erosionsrinnen zerschnittenen Hügeln. So sieht es dort mancherorts aus, als wären ganz viele spitze Hüte aneinandergereiht worden. Die Vegetation ist sehr karg und der trockene steinige Boden ist lediglich mit flachen Sträuchern überseht.

Eine Besonderheit der Tabernas ist, dass fast jeder sie schon in alten Filmen gesehen hat,

vermutlich ohne zu wissen, dass die Filmszenen nicht in den USA, sondern hier in Europa gedreht wurden.

Denn es sieht dort so aus wie wir uns aufgrund der alten Westernfilme die Prärie in Amerika vorstellen.

Dort in der Tabernas gibt es einen kleinen, nennen wir es „Vergnügungspark mit angegliedertem Zoo“.

Der Park ist eigentlich entstanden, weil dort große Hollywood-Klassiker gedreht wurden.

Hauptsächlich mit großen Stars wie z.B. Clint Eastwood oder Sean Connery, sowie Bud Spencer und Terence Hill.

Auch andere Westernfilme wurden dort gedreht und genau dafür entstand in der Tabernas eine ganze Westernstadt,

die anschließend so erhalten blieb.

Nun können Kinder und Erwachsene sich alles anschauen und vielleicht selbst etwas Cowboy spielen.

Der Park nennt sich passend daher auch „MiniHollywood“.

Aber in der Tabernas-Wüste wurden nicht nur Western,

sondern auch unzählige andere bekannte Filme gedreht.

Wie Lawrence von Arabien, Conan der Barbar oder Indiana Jones, also alles Filme die wir alle wohl noch kennen.

Wir schauten uns die Filmsets an,

fanden den kleinen Zoo jedoch interessanter,

zumal dieser in die Felsen integriert wurde und dadurch die Gehege sehr natürlich und großzügig angelegt waren.

Es war ein schöner Nachmittag aber nur für die Filmsets und den Park extra dort hinfahren würden wir nicht.

Bei uns lag es auf dem Weg, daher nahmen wir den kleinen Abstecher aber natürlich in Kauf.

Was auf jeden Fall dort im Süden beeindruckend ist, ist die Landschaft, die sich stetig verändert.



Die Landschaft verändert sich von kargen und trockenen Flächen mit sehr großen Mandelplantagen zu den grünen und flachen Anbauflächen für Gemüse und Zitrusplantagen, gefolgt von extrem großen Gewächshäusern unter Plastik, je näher man dem Mittelmeer kommt. Wir haben eine abwechsungsreiche Vegetationen gesehen und waren sehr überrascht und beeindruckt von der ständigen Veränderung der Landschaften, obwohl es gerade mal nur 200-300 km Fahrt waren.

Irgendwann erreichten wir Cartagena.

Diesen Ort haben wir uns eigentlich nur zufällig ausgesucht, da wir einen Stellplatz gesucht haben, damit wir nach längerer Zeit wieder alles auffüllen und leeren können würden, aber dann ist es doch nur ein Parkplatz an einem Supermarkt geworden.

Natürlich mussten wir uns dann doch auch die Stadt anschauen.

Dort gab es aber nicht viel zu sehen,

außer Reste eines römischen Amphitheaters


und einer Burganlage,

aber es war dennoch dort schön.


Das Beste daran war, dass ich endlich zum Frisör gehen konnte und dieser sogar seinen Job supergut gemacht hat.
Mit neuer Frisur und wie immer mit guter Laune fuhren wir sodann weiter nach

Torrevieja.
Tja….. dieser Ort wurde von uns extra wegen eines Salzsees ausgesucht….
Dieser sollte pinkfarben sein und dort sollten Flamingos ihren Tag verbringen….

Aaaaber, am See angekommen, war dieser weder pink noch rosa, sondern eher braun,

noch waren dort irgendwelche Flamingos zu sehen.

Nur unter einem ganz bestimmten Winkel zur Sonne erschien der See ein wenig pinkfarben zu sein.

Aus diesem See wurde aber Salz gewonnen und das war dann doch sehr interessant zu sehen,

wie dieses Förderschiff auf dem See schipperte und das Salz erntete und auf lange, flache, in einer Kette aneinandergereihte, Kähne beförderte.

Die wiederum wurden von einem anderen Boot gezogen und wenn alle Kähne beladen waren, schließlich am Ufer wieder entladen.

Pro Jahr werden hier bis zu 800.000 Tonnen Salz abgebaut

und nach Nordeuropa und die USA exportiert, lasen wir dazu im Internet.
Neri fand das Wasser des Sees nicht so toll aber ein ausgiebiges Salzpeeling am Ufer musste sie dann doch nehmen.

Sie hatte riesigen Spaß daran sich in den halbtrockenen Salzkristallen zu wälzen. Außer einem nicht so schönen touristischen Ort und nicht so schönen Stränden gab es nichts für uns, also wollten wir am darauffolgenden Morgen weiter. Trotzdem war der Stopp ganz ok, denn es war wieder Zeit etwas Wäsche zu waschen und eine Dusche war auch von Nöten. Sogar die Hunde nahmen ein Bad, zuerst im Meer und dann unter dem Wasserschlauch. Lust hatten sie keine, aber „wat mut dat mut…“
Nach dem , sagen wir mal Reinfall in Torreviejo sind wir am nächsten Morgen weitergefahren. Und siehe da, wir wurden dann doch noch belohnt. Wir fuhren gerade auf die Schnellstraße zu unserem nächsten Ziel, als man plötzlich einen unerwarteten Ausblick auf den pinken See und die Salzberge bekam.

Und da waren sie. Zwar nicht direkt im See aber in einigen kleineren Buchten haben wir doch noch unseren Falmingos zu Gesicht bekommen. Wir sind also spontan wieder an der nächsten Abfahrt abgefahren und ungefähr in die Richtung gefahren in der wie die Flamingos gesehen hatten. Durch ein Wohngebiet sind wir mal rechts, mal links abgebogen, bis wir schließlich in der Nähe waren. Wir parkten den Explorer und gingen quer durch Büsche und schon standen wir vor dieser Bucht,

in der die Flamingos durchs Wasser wateten und am Wasser seihen waren.

So war dann auch dieser Tag für uns gerettet und es war am Ende doch ganz schön in Torreviejo.
Unser Ziel war anschließend die Stadt der Palmen… EXE (Elche).

Naja… Stadt der Palmen stimmt schon irgendwie, es gibt dort einige Parks,

die mit allen möglichen Arten von Palmen bepflanzt sind

und das war auch sehr schön anzusehen, aber soooo überwältigend war es dann doch nicht.

Schöne Stadt, sehr enge Gassen, sehr viele Einbahnstraßen und dorthin, wo wir hinwollten, war es ein langer und umständlicher Weg. Den Parkplatz haben wir irgendwann gefunden und zuerst mal für ein schönes Frühstück genutzt.

Es folgte eine Runde um, und in die Parkanlagen,


aber das war uns genug Palmen-Sightseeing

und daher ging es für uns dann auch schon weiter.
Was uns aber auffiel war, dass diese Gegend sehr fruchtbar ist und dass es dort unzählige Gärtnereien gibt. Dort konnte man von einem winzigen Ableger bis zu Jahrzehnte alten Olivenbäumen alles kaufen. Oder vielleicht eine Palme ??? Nein, dafür hatten wir keinen Platz. Aber es war dann doch sehr schön dort lang zu fahren und zu staunen.
Am folgenden Tag erreichten wir unser nächstes Ziel. Valencia.

Unser ausgewählter Platz war etwas weiter weg von der City, so etwa 10 km, deshalb mussten wir am nächsten Tag mit dem Roller in die Innenstadt fahren. Mara hatte keine Lust und blieb im Auto und Neri kam in ihren Backpack. Es war eine sehr schöne Fahrt bis in die Stadt, da der ganze Weg ein ausgewiesener Fahrradweg war und dieser direkt in die Stadt führte.

Alle Besucher der Stadt auf zwei Rädern sind scheinbar herzlich willkommen, denn auch in der Innenstadt kann man überall sicher auf dem Fahrradweg alle Ziele erreichen.

Unser erstes Ziel in Valencia war, sagen wir mal, eher künstlerisch angehaucht.

Denn wir erreichten irgendwann verschiedene Gebäude, die sehr futuristisch anmutend,

auf einem sehr, sehr, sehr großen Gelände, von Wasser umgeben, aneinandergereiht dastanden.

Darunter befanden sich Gebäude wie das Oceaneum L’Oceanogràfic oder auch ein Forum

und ein wissenschaftliches Museum oder auch ein

Hemisferen-Center mit einem Kino und einem Planetarium

und dann noch das Palau de la Arts, sozusagen „die Elphie“ in Valencia.

Die ganzen Gebäude waren ausnahmslos sehr beeindruckend, da sie sich alle in einer fantastischen Bauweise präsentierten.

Dort haben sich offensichtlich ganz viele Architekten und Künstler verwirklicht und unserer Meinung nach ist es ist ihnen auch wirklich gut gelungen.

Von Innen haben wir allerdings wieder einmal kein einziges Gebäude erkundet, weil auch dort wieder Hunde nirgends erlaubt waren. Aber es war auch so alles wirklich sehenswert und wir hatten einen wunderschönen Tag.

Am nächsten Tag sind wir demselben Weg wie am Tag zuvor in die Stadt hinein gefolgt, sind aber dann durch eine wunderschöne Parkanlage zur Altstadt gerollert. Man muss wohl erwähnen, dass diese Parkanklage sich beinahe durch ganz Valencia, über etwa 8 km Länge erstreckt. Richtig, richtig schön !!!

Wir wollten unbedingt zur Markthalle, Mercado Central,

da diese als ein weiteres Wahrzeichen von Valencia gilt.

Es ist eines der ältesten Gebäude der Stadt. Auf einer Fläche von ca. 8.000 qm wird auf 250 Marktständen alles, vor allem alles, was der Magen begehrt, angeboten.

Man kann es nicht anders ausdrücken, der Zentralmarkt ist ein wahres Schmuckstück, ob durch die Fliesen an den Wänden oder die kunstvolle Architektur.

Aber das Wichtigste sind natürlich die Marktstände, die Obst, Gemüse, Nüsse, Fleisch oder auch Süßigkeiten anbieten. Allein die Farben der ganzen Auslagen waren atemberaubend. Und selbstverständlich kommt man nicht drumherum auch etwas zu kaufen.

In unserem Fall mussten einige Pakete verschiedener regionaler Wurstwaren mit in unseren Rucksack.
Da es leider an diesem Tag immer kühler und windiger wurde und wir dummerweise keine dicken Sachen anhatten, haben wir uns nur noch abwechselnd die Kathedrale angeschaut.

Zu der gibt es allerdings nicht viel zu sagen. Ja, sie war beeindruckend wie jede andere große Kathedrale, aber vielleicht hatten wir in der Zeit die eine oder andere Kathedrale zu viel auf unserem Weg, denn wir waren uns einig, dass wir für die nächste Zeit vorerst keine weiteren mehr besichtigen würden, Valencia ist ganz sicher auch abends sehr schön und es gibt bestimmt noch viel, viel mehr zu entdecken, aber mit zwei Hunden war es etwas schwierig, da wir sie dafür eigentlich jedes Mal im Auto hätten lassen müssen, aber dass ist für uns ein „no go“!!! Also beschränkten wir uns auf einige ausgewählte Sachen, schauten uns diese von außen an oder einer von uns wartete mit den Hundis draußen, während der andere zur Besichtigung in das jeweilige Gebäude ging.
Nach einem weiteren schönen Tag in Valencia beschlossen wir auf jeden Fall noch einmal wiederzukommen, fuhren aber sodann unserem nächsten Reiseziel entgegen. Es wurde im Internet mit den Worten beschrieben „eine der schönsten Buchten an der Costa Brava“ zu sein.
Wir fuhren also in die Stadt mit dem schönen Namen ROSES. Die Stadt haben wir alsdann auch erreicht und sind weitere ca. 6 km über einen sehr engen Weg zur besagten Bucht gefahren. Es ging zuerst ständig bergauf und später zur Bucht wieder bergab. Wenn uns ein anderes Fahrzeug entgegenkam, wurde es für beide Fahrzeuge sehr eng. Eines von beiden musste entweder nah am Abhang oder direkt an der Böschung stehenbleiben, während das andere Fahrzeug langsam vorbeifuhr. Zum Glück waren es alles nur PKW die uns begegneten, denn zwei breitere Fahrzeuge wären dort wohl nicht aneinander vorbeigekommen. Aber, wenn Karsten etwas schon immer gut konnte, dann ist es Auto fahren!

So, aber jetzt kommt es…: Endlich in der besagten Bucht angekommen, standen wir zwar vor einem kleinen Strandabschnitt mit einem kleinen hufeisenförmigen Strand, aber von „schön“ konnten wir ehrlich nichts sehen. Es war ganz nett, aber mehr auch nicht. Mal davon abgesehen, dass wir ziemlich endtäuscht von dem Anblick waren, sahen wir auch keinen anderen Grund dort zu bleiben. Also drehten wir nur eine kurze Runde mit den Hundis und danach drehten wir den Explorer und fuhren den Berg wieder hinauf. Oben auf dem Berg, fast an der höchsten Stelle gab es einen kleinen Parkplatz, der uns bereits auf dem Hinweg aufgefallen war. Jetzt auf dem Rückweg war er allerdings nicht mehr verlassen, sondern es standen zwei Wohnmobile auf diesem Parkplatz. Da sich der Tag dem Ende neigte, reihten wir uns ein, indem wir uns direkt an einem Weidezaun neben den beiden anderen Mobilen einen schönen Stellplatz für eine Nacht wählten. Da wir ja oft „das Geschick“ hatten einen Platz mit einer Geräuschkulisse um uns herum auszuwählen, wurden wir auch dieses Mal von Geräuschen begleitet. Dieses Mal waren es aber keine Züge, Flugzeuge oder Autos, sondern es waren Kühe oder genauer gesagt Kuhglocken, die für Stimmung gesorgt haben. Kurz hatten wir Bedenken, das es eine glockenreiche Nacht werden könnte, da sie hinter und neben dem Auto grasten und dabei lautstark bimmelten, aber bald darauf waren sie offenbar auch müde und haben sich schlafen gelegt.

Am nächsten Morgen war von den Kühen weder etwas zu hören noch etwas zu sehen. Aber es waren nicht nur die Kühe nicht zu sehen, denn wir sahen auch sonst fast nichts. Der ganze Berg lag im Nebel. Warum die Kühe nicht zu hören waren fanden wir allerdings nicht heraus. Unser Parkplatz lag jedenfalls so weit oben, dass man weder die Buchten noch die Stadt sehen konnte. Wir fuhren nun den ganzen Weg wieder in Richtung Roses zurück. Dieses Mal auf der Bergseite und nicht auf der Hangseite, sodass man nicht so viel Angst davor haben musste, dass es zu eng werden könnte. Unten in Roses angekommen, nutzten wir die Möglichkeit unsere Vorräte wieder etwas aufzufüllen und dann ging es


Richtung Carcassonne.

Die Stadt Carcassonne hat sicherlich noch mehr zu bieten,

aber wir sind wegen ihres mittelalterlichen Teils hingefahren.



Wir fanden auch direkt einen tollen Platz für unseren Camper Van.

Er lag eigentlich direkt unterhalb der Festung,

nur ca. 1 km von einem der Festungstore entfernt, was für unsere Verhältnisse ein Katzensprung war.

Die mittelalterliche Stadt „Citè“ ist zum Teil noch bewohnt. Restaurants, Cafés, Hotels und viele Geschäfte und sogar eine Polizeistation waren dort zu sehen.

Meiner persönlichen Meinung nach waren es jedoch zu viele Geschäfte, aber wer bin ich schon, dass ich darüber urteilen dürfte?

Citè ist jedenfalls über 2.500 Jahre alt zählt 52 Türme und hat 2 Stadtmauern mit einer Länge von 3 km.

Die äußere Mauer hat mehrere Stadttore durch man in den Innenteil gelangt und dort durch Gassen schlendern kann,

eine sehr schöne Kirche besuchen kann oder auch den Palast besuchen und bewundern kann





oder einen Rundgang über die Stadtmauern machen kann.

Wir sind nur durch die Gassen gelaufen und haben den Innenteil mehrere Male durchquert und es war bezaubernd.

Wir waren sogar zwei Nachmittage dort, da man immer wieder etwas Neues entdecken konnte.

Wenn denn dieser Kommerz nicht gewesen wäre der einem aber leider immer wieder begegnete, wäre es glaube ich noch schöner gewesen.

Es hat sich aber so oder so gelohnt dort hinzufahren.


Carcassonne ist unserer Meinung nach auf jeden Fall eine Reise wert.

Und auch sonst war unser Aufenthalt dort sehr schön und entspannt, mit langen Spaziergängen unter anderem an einem kleinen Flusslauf entlang,

von dessen Brücke aus man auch einen phänomenalen Blick auf die Festung hatte.

Wir blieben noch weitere zwei Tage.



Von Carcassonne aus führte uns unser Weg schließlich nach Avignon.

Jaaaa, und Avignon war eine unerwartet superschöne Stadt!!!

Avignon, eine Stadt in der Provence direkt an Rhone gelegen, war im 13. Jahrhundert Sitz der katholischen Päpste.

Davon zeugt noch heute ein riesiger Papstpalast.







Der Palast thront inmitten der Altstadt und ist von einer noch komplett erhaltenen Mauer umschlossen.


Aber nicht nur der Palast ist interessant, sondern auch die Altstadt mit ihren vielen Gassen.

In den teils sehr alten Häusern sind überdies unzählige Geschäfte zu finden. Es wird den Menschen dort alles geboten, ob Luxusladen oder Geschäfte und Boutiquen für Jedermann/frau. Außerdem sind gefühlt an jeder Ecke Restaurants und Cafés an schattigen Plätzen unter Platanen zu finden.

Man befindet sich in der Altstadt in einem Wirrwarr von Gässchen und überall gibt es etwas zu entdecken.

Dabei führen die ganzen Straßen in der Altstadt irgendwie alle auf einen Hauptplatz. Diese ist umsäumt von alten Gebäuden und war während unseres Aufenthaltes ständig sehr belebt, denn ein Restaurant reiht sich dort an das andere und mitten auf dem Platz stand ein altes Karussell mit bunten Figuren. Superschön sah es auch aus, auch weil es ein antikes Karussell war, welches sogar zwei Etagen hatte.

Aber alleine die Lage an dem Fluss Rhone ist schon atemberaubend.

Dazu kommt, dass dort von der Stadtmauer Reste einer alten Brücke in den Fluss hineinragen.


Es ist ein einzigartiges Erlebnis auf dieser Brücke zu stehen und zu wissen welche Geschichte dahintersteckt.

Die „Pont de Avignon“ ist aus dem 12. Jahrhundert und hat damals die zwei Ufer der Rhone verbunden.

Von den ursprünglich 22 Bögen sind heute nur noch 4 übrig. Die Brücke war Zeugin deren Geschichte: zuerst verband sie Frankreich mit dem Papststaat, wurde aber durch einige Kriege und Hochwasser immer wieder zerstört. Nach einigen wiederholten Aufbauten wurde Sie irgendwann dann doch aufgegeben. Es blieben nur noch die 4 Bögen mit der Kapelle als Wahrzeichen übrig.

Es ist immer wieder beeindruckend, wenn man vor, oder in diesem Fall auf solchen Denkmälern stehen darf und wenn man überlegt, wie lange diese schon Bestand haben.

Avignon ist unserer Meinung nach sehr sehenswert und auch die Insel gegenüber der Altstadt, auf der wir übrigens unseren Campingplatz hatten, begeisterte uns. Ein wunderschöner Platz mit tollen Spazierwegen direkt inmitten dieses gewaltigen Flußes. Das Wetter hat zwar nicht so mitgespielt, aber wir sind dennoch letztendlich 6 Tage geblieben und haben auf schönes Wetter gewartet, und was soll ich sagen, es hat sich gelohnt. Das Wetter wurde von Tag zu Tag besser. Unser Lohn für’sWarten: Tolle Bilder und tolle Eindrücke.

Ein sehr schönes und lustiges Erlebnis hatten wir übrigens auch in der Innenstadt. Es war fremden Autos zwar nicht erlaubt dort zu fahren, aber scheinbar darf man als Anwohner oder Geschäftsinhaber mit dem Auto reinfahren. Also wir düsten jedenfalls mit unseren Rollern durch die Stadt, naja wir düsten nicht so richtig, aber wir rollerten, und dann stand da plötzlich ein Auto mitten im Weg. Ein älterer Mann, schick gekleidet, mit Hut und Sakko, stand daneben. Der Kofferraum war offen und wir sahen den Mann sichtlich überfordert beim Versuch ein Fahrrad rauszuheben. Karsten natürlich freundlich, wie er immer ist, bot ihm seine Hilfe an und dann ging es los. Karsten zog an einer Seite des Fahrrads und der Herr an der anderen, bis sie sich nach anfänglichen Missverständnissen einig geworden sind, dass der Mann das Rad raus heben wollte und nicht in den Kofferraum reinlegen wollte. War schon eine lustige Situation… Aber der Herr mit Hut war überglücklich und hat mindestens zehnmal Merci gesagt und Karsten war danach auch sehr froh wieder eine gute Tat an diesem Tag getan zu haben.
Nach allen Vorbereitungen für die Abfahrt von unserem tollen Platz auf der Rhone-Insel war es wieder Zeit Vorräte aufzufüllen. Also nicht nur für uns, sondern auch für die Vierbeiner. So war dann unser nächstes Ziel passende Einkaufsgeschäfte suchen. Nach mehreren verzweigten Abfahrten und Kreisverkehren haben wir unsere Ziele erreicht, haben eingekauft, schön gefrühstückt und danach unsere Fahrt fortgesetzt, weiter zum nächsten erklärten Ziel. Dieses war wieder einmal nur zufällig gewählt.

Es handelt sich um Pont du Gard. Wir entschieden uns dazu, nicht im Vorfeld das Internet zu befragen und fuhren, ohne eine genaue Vorstellung davon zu haben hin.

Und…. Es hat uns umgehauen !!! Der Pont du Gard ist ein römisches Aquädukt und mit seiner beeindruckenden Höhe und seiner Lage ist er einfach nur WOW!!! Er überspannt das Tal des Flusses Gardon und nach neueren Ausgrabungen wurde festgestellt, dass seine Entstehung auf die Mitte des 1. Jahhunderts hindeutet. Man muss sich das mal vorstellen!

Die Römer haben die Brücke gebaut, um Wasser nach Nimes zu befördern. Allein schon der Gedanke so ein gewaltiges Bauwerk in der damaligen Zeit zu erschaffen ist schon der Wahnsinn. Selbst in der heutigen Zeit würde ein solches Megabauwerk vermutlich viele Jahre dauern.
Aber nicht nur die Brücke ist ein „Must-See“, sondern auch das Tal, an dem man an den Ufern wandern oder spazieren gehen kann, ist einfach traumhaft. Also man kann einfach nicht nur einen einzelnen schönen Tag dort verbringen, es müssen mehrere Tage sein!!!
Von dort aus sind wir zu einem weiteren tollen Stellplatz gefahren. Es war zwar wieder ein gekurve von Kreisverkehr zu Kreisverkehr, aber es hat sich am Ende des Weges wieder mal gelohnt. Der Platz, den wir fanden, war einfach wunderwunderwunderschön. In einem kleinen Dorf mit dem Namen „Comtes“, irgendwo im Nirgendwo führte ein Weg durch die engen Gassen des Ortes durch ein enges Tor und danach noch ein Tor. Zuerst dachten wir, gleich stehen wir bestimmt bei jemandem vor der Haustür aber nein, hinter dem Letzten Tor erreichten wir einen bemerkenswert schönen Platz direkt am Fluss inmitten hoher Bäume. Von überall auf diesem kleinen Stellplatz hatte man den Blick auf den Fluss und das gegenüberliegende Ufer. Natur pur. Da es aber dort nichts zu besichtigen gab, sind wir am zweiten Tag dann nach dem Frühstück weitergefahren.
Wir haben bestimmt viele schöne und sehenswerte Ortschaften ausgelassen, aber unsere Kriterien waren vielleicht auch manchmal andere als bei vielen anderen Menschen. Eigentlich haben wir keine festen Kriterien, aber große Städte finden wir oft nicht so toll, genauso wie überfüllte Gegenden. Natürlich reizen uns manche Sehenswürdigkeiten der Städte, sodass wir sie schließlich doch ansteuern, aber wir suchen uns doch so oft es geht ruhigere Gegenden oder wir versuchen zumindest häufig Ort zu finden die ruhiger und eher kleiner sind. Das fiel uns an der Cote de Azur gar nicht so einfach, denn dorthin zieht es offenbar wirklich viele Menschen. Nach langen Überlegungen und einigem Suchen haben wir dann einen Ort an der Cote de Azur gefunden, eigentlich auch nur zufällig, weil ein Stellplatz direkt am Strand ausgewiesen wurde.
Le Lavandou. Ein süßes Örtchen direkt am Mittelmeer mit Sandstrand und Restaurants und Bars am Strand, im Sommer bestimmt proppenvoll mit Jet-Settern und Urlaubern, aber in der Vorsaison war es noch sehr ruhig und recht entspannt. Der Stellplatz war tatsächlich auch direkt am Strand, nur von einer Straße vom Strand getrennt. Für die Hunde war der Platz am Strand wieder einmal ein toller Spielplatz, die arme Mara konnte am Abend nicht einmal mehr aufstehen, aber sie wollte immer wieder ins Wasser und schwimmen, denn das ist nun mal ihre Leidenschaft. Da sie aber vergisst, wie alt sie ist, kommen holen die Schmerzen sie später am Abend leider doch ein. Zu diesem Zeitpunkt war sie immerhin bereits zwölf Jahre alt. Und Neri war aber auch total verrückt auf Strand und Sand, sie begann schon an der Straße zu zappeln und zu Jaulen, sobald sie das Wasser sah. Es macht schon riesigen Spaß mit der verrückten „Hunde-Oma“ und dem noch verrückteren „Hundekind“ am Strand.
Wir gönnten uns eine Woche dort am Strand, mit Meer und Sonne. Dann war es genug. Wir haben wieder feststellen müssen, das Sand nicht unser Ding ist. Bereits nach kurzer Zeit ist er ja leider überall. Auch die Hunde sahen dauerhaft „paniert“ aus und mussten regelmäßig gründlich entsandet und gebadet werden. Also brachen wir nach einem ausgiebigen Frühstück dann in Richtung Saint Tropez auf. Wir hatten uns überlegt diesen Ort doch mal anzuschauen, da doch so viel davon berichtet wird. Wir wollten also auch mal live dabei gewesen sein, …ja, wir wollten….
Es kam aber nicht dazu. Da wir ja bereits direkt an der Küste waren, hätten wir entweder einen großen Umweg fahren müssen oder wir konnten einen Weg an der Küste nehmen. Es war schon komisch, dass dieser Weg für 30 km über 50 Minuten dauern sollte, aber nachdem wir losgefahren waren, wußten wir bereits kurze Zeit später, warum das so war. Es handelte sich um eine sehr schmale Straße bei der zwei Autos kaum aneinander vorbeikommen konnten und sie führte bergauf in engen Serpentinen. Auf der einen Seite Felsen, auf der anderen Seite der Blick in den Abgrund. Nach ca. 3 km waren meine Nerven bereits blank und das lässt Karsten nicht zu. Kein Ort und keine Sehenswürdigkeit könnte für ihn so reizvoll sein, also haben wir an einer geeigneten Stelle umgedreht und Saint Tropez sich selbst überlassen. Stattdessen fuhren wir in Richtung Lyon.
Nach einer längeren Fahrt auf der Autobahn ist uns dann aber doch die Lust auf Lyon vergangen und wir haben nach einem neuen schönen Ziel gesucht. Und was ist es geworden??
Gordes
Gelesen hatten wir schon einige Tage zuvor von diesem Städtchen, aber es lag eigentlich nicht so richtig auf unserem Weg. Da wir aber sowieso auf jeden Fall auch nach Le Lavandou wollten, entschieden wir uns für einen Umweg. Wir fuhren fast 200 km zurück und somit lag Gordes dann plötzlich doch irgendwie auf dem Weg. Es hieß es soll eine der schönsten Städte in Frankreich sein. Und was soll ich sagen der Ort ist ein Traum, einfach unvorstellbar. Mit Worten kann man den ersten Blick auf dieses Städtchen nicht beschreiben. Es war beinahe so als ob man in eine andere Welt schaut, wenn man diese Stadt sieht, die hoch auf einem Hügel in Terrassenform an den Berg gebaut und angelegt worden ist. Dann schaut man in dieses endlose Tal und es fehlt eigentlich nur noch „der Ritter und die Prinzessin“.
Die Häuser, mit supersüß angelegten, superschönen Gärten und diese Steinhäuser sahen von weitem irgendwie aus wie kleine Kuchenstücke, und in der Mitte thronte eine Kirche mit Kirchturm. Irgendwie sah alles aus wie eine riesige Sandtorte mit viel Grün drumherum. Auch die Innenstadt war einfach nur schön, die gepflasterten Straßen und jeweils die Aussicht auf das Tal, wenn man wieder aus einer Gasse herauskam.
Und was uns zusätzlich amüsiert hat war, dass an fast jedem Haus ein großes Katzenbild angebracht war. Bilder mit Katzen so wie sie sich geben, liegend, spielend oder auch mal mit einem Fisch im Katzenmaul. Einfach nur süß anzuschauen. Es war letztlich doch eine sehr, sehr gut Idee sich diese Stadt anzuschauen, und wir können nun auch bestätigen, es ist eine sehr schöne Stadt, die einem tatsächlich auf den ersten Blick den Atem raubt und man dort eigentlich nicht nur 3-4 Fotos machen möchte, sondern 30-40.
Am nächsten morgen sind wir zu einem langen Spaziergang mit den Wauzis aufgebrochen und haben dabei durch Zufall ein Dörfchen vor den Toren von Gordes entdeckt. Das besondere war, dass es sich um ein Dorf aus aufeinandergeschichteten Steinen handelte.
Village des Bories unweit von Gordes, ist wirklich ein Dorf aus Steinen: Diese Bories, auch Cabanes genannt ( Buden, Hütten) stammen aus dem 17. Bis 19. Jahrhundert. Sie sind das perfekte Beispiel der Trockenbauweise. Steine, die vor Ort gesucht und kostengünstig gesammelt werden, werden ohne Mörtel oder andere Bindemittel so aufeinandergelegt und miteinander verbunden, dass stabile kleine Häuser entstehen. In den so entstanden Häusern, die aussehen wie Zipfelmützen, hat man gewohnt, gearbeitet, Schafe gehalten hat oder Vorräte aufbewahrt. Für uns war es ein sehr interessanter Fund, den wir da gemacht hatten und natürlich auch wieder einige Bilder wert.
Am darauffolgenden Tag fuhren wir wieder weiter in Richtung Lyon.
Lyon ist die drittgrößte Stadt in Frankreich und genau das war auch der Grund, dass wir diese nicht besuchen wollten. Aber durchfahren mussten wir, da unser nächstes ausgesuchtes Ziel unweit der Stadt war. Kurz vorher hatten wir uns noch unterhalten, dass wir bis dahin auf der ganzen Tour keinen einzigen Stau oder ähnliches hatten, und prompt standen wir plötzlich vor Lyon im Stau. Dummerweise gab es jedoch keine andere Möglichkeit, um diesen Stau eventuell zu umfahren also konnten wir uns so nun unfreiwillig ein wenig die Stadt anschauen und feststellen, dass es eine gute Entscheidung war, diese nicht zu besuchen. Denn wie ich schon zuvor geschrieben habe, sind große Städte und der Verkehr in Städten nicht so unser Favorit. Nach gefühlten Stunden waren wir irgendwann dann raus aus der Stadt und näherten uns langsam Trevoux. Zuerst wollten wir in Trevoux einfach irgendwo stehen, doch fanden wir zufällig dort einen Stellplatz, der eine wunderschöne Lage direkt an der Saône hatte. Nicht nur die Lage war erwähnenswert, auch war der Platz schön angelegt und lag inmitten vieler Bäumen und viel grün drumherum. Die Tatsache, dass außer kaum jemand den Platz nutzte, war möglicherweise für den Betreiber nicht so schön, für uns jedoch war es eine große Freude.
Das Städtchen Trevoux war recht klein, mit nur etwa 6.000 Einwohnern, aber sehr schön anzuschauen, mit den herrschaftlichen Stadthäusern und einigen denkmalgeschützten Gebäuden. Die Stadt liegt am Ufer der Saône und war im 17. Und 18. Jahrhundert sogar Hauptstadt der Herzogtums Dombes. Sie war damals für seine Buchhandlungen und Drucker bekannt. Auch fand man dort Gold und Silber, was die Industrialisierung der Stadt zur Folge hatten. Heute ist Trevoux bei Künstlern sehr beliebt, und es gibt sogar eine eigene Straße, die Rue de Arts, in der Atelier an Atelier aneinander gereiht zu finden ist. Trevoux war für uns also eine sehr schöne Kleinstadt, die uns zum Spazierengehen und zum Entspannen einlud.
Karsten hatte übrigens dort wieder ein schönes Erlebnis, weil er beim Schlendern durch die Stadt einfach in ein Atelier gegangen ist und dort ein supernettes Gespräch mit der Bildhauerin hatte. Sie hat ihm sein aktuelles Werk, an dem sie gerade arbeitete, gezeigt. Dies war eine dort bekannte Persönlichkeit, die sie gerade aus einem 500 kg schweren Stein meißelte. Dauer einer solchen Arbeit sei ca. 3 Monate, erklärte sie Karsten. Dann kann man sich vorstellen, wie schwer Künstler arbeiten müssen, um mit ihrer Kunst Geld zu verdienen. Vor allem hat sie auch erzählt, dass sie für ihre Arbeit keine Winkelschleifer oder andere „groben“ elektrischen Werkzeuge benutzen dürfe. Solche seien in der Stadt verboten, da sie zu viel Staub machten. Lediglich der Einsatz von elektrischen Meißeln sei erlaubt, um nicht alles per Hand machen zu müssen. Als ich durch das Schaufenster sah, wie vertieft Karsten mit der Künstlerin im Gespräch war, ging ich auch hinein. Sie war eine sehr nette und herzliche Person, die wir etwas kennenlernen durften und die uns bereitwillig einen Einblick in ihre Arbeit erlaubt hat. Die Zeit verging, wie im Flug und am Ende gab sie uns noch eine Broschüre mit, in der die angeblich schönsten Städte Frankreich aufgelistet sein sollten. Wir blieben noch drei Tage auf dem schönen Stellplatz an der Saône, dann fiel unsere Wahl für den nächsten Stopp direkt auf ein aus diesem Heft gewähltes Ziel.
Luxeuil-les-Bains. Dies ist ein Thermalbad in der Region Burgund. Es war ein großer Zufall, dass wir diesen Ort ausgesucht hatten, da er in dem Heft der Künstlerin erwähnt wurde, aber für uns eigentlich nicht auf dem direkten Weg lag.
Es sollten nur etwa 250 km bis dorthin sein, aber gefühlt waren es irgendwie 350 km, weil unser Navi wieder mal teils sehr seltsame Wege für uns ausgesucht hatte und wir dabei einige Straßen entlangfuhren, bei denen wir manchmal dachten, es handele sich nicht mehr um öffentliche Wege, sondern,naja, gleich stehen wir bei jemandem im Hof und es geht nicht weiter.
Irgendwann erreichten wir Luxeuil-les-Bains. Dort angekommen fanden wir einen schönen Platz direkt an einem kleinen See. Wieder einmal stellten wir für uns fest, dass uns solche Plätze die liebsten sind, an einem See oder einem Fluss, aber eben nicht in einer großen Stadt.
Der Ort an sich war schön, hatte aber eigentlich nicht so viel zu bieten, außer einigen Häusern mit Arkaden und einigen Stadthäusern aus dem 15. Und 16. Jahrhundert und sogar Ein Vogtshaus, das Haus Cardinal Jouffroy, welches den ältesten Hängebalkon aus Stein Frankreichs haben soll. Unser Highlight war eigentlich ein absoluter Zufall. Denn an dem Wochenende, an dem wir ankamen, fand dort das venezianische Festival statt. Und das war ein Festival, welches sich wahrlich nicht verstecken muss! Mit viel „Italia“ und am Samstag mit einer Parade mit wunderschönen und fantasievoll gestalteten Kostümen. Dieses Festival wird von einem Verein organisiert, bei dem die Mitglieder hauptsächlich aus Ostfrankreich stammen aber auch einige aus Belgien. Die Mitglieder treffen sich jährlich, um ihre selbstgefertigten Kostüme zur Schau zu stellen und um den Karneval in Venedig nachzuleben. Mit einem Markt der italienischen Waren anbietet, einer Parade, einem schönen Tanzabend und mit italienischem Essen holen sie an diesem Wochenende Venedig nach Frankreich.
So wurde es in Luxeul-les-Bains doch unerwartet nett, obwohl wir von dem Thermalbad im Ort nichts zu Gesicht bekamen. Das Festivalwochenende war zudem sozusagen unser gelungener Abschluss unserer Tour, denn unsere Reise neigte sich inzwischen langsam dem Ende entgegen. Vor fast fünf Monaten starteten wir in Richtung Belgien und den Norden Frankreichs und nun fuhren wir Richtung Freiburg zurück nach Deutschland.
